ALM (Application Lifecycle Management) mit dem SAP Solution Manager 7.1

– von Benita Alonso, Technologieberatung der itelligence AG –

Auf dem Weg zum Infrastructure Service Management

Zwischen der neuen Version des SAP Solution Managers 7.1 und der Vorgängerversion 7.01, gibt es keine wesentlichen Unterschiede in Bezug auf die angebotenen Funktionalitäten. Während die alte Version 7.01 noch auf CRM 5.0 basierte, baut das neue Release auf CRM 7.0 auf. Und genau hier liegen die eingefügten Neuerungen und Erweiterungen, die mehr oder weniger Einfluss auf die Funktionen der verschiedenen WorkCenter (Service Desk, Change Management, System Monitoring) haben. Das betrifft auch die Frage bzgl. der Kompatibilität der Work Center (zwischen Version 7.01 und Version 7.1) und insbesondere den klassischen Fall eines Upgrades von 7.01 auf 7.1.

In Version 7.1 ist der Schwerpunkt darauf gelegt worden, bestehende Funktionalitäten zu konsolidieren und gemäß des Konzeptes des Application Lifecycle Managements besser zu ordnen und auch die Interaktion zwischen den einzelnen Funktionen und WorkCenter zu intensivieren. Es ist z.B. möglich, aus einem sog. Alerting einen Incident zu erzeugen (Work Center Application Incident Management).

Die Interaktion zwischen den klassischen WorkCenters (wie Application Incident Management -> Change Management -> Testmanagement) wurde verbessert und intensiviert.

Seit mehr als 5 Jahren organisieren wir jährlich Technologietage mit dem Schwerpunkt „SAP Solution Manager“. Daraus resultierend haben wir einen wertvollen Überblick über die Entwicklung der Nachfrage unserer Kunden bzgl. der diversen Services des SAP Solution Managers gewonnen. Im Jahr 2011 fanden aufgrund der großen Resonanz sogar gleich zwei Technologietage zum Thema SAP Solution Manager statt: eine Veranstaltung in Bielefeld, eine weitere in München. Beide Kundentage wurden sehr gut angenommen und waren mit über 100 Teilnehmern gut besucht.

Für uns war es interessant und wichtig, die Erwartungen der Kunden an das neue SAP Solution Manager-Release zu beobachten. Für viele Kunden war es eine willkommene Gelegenheit erste Informationen einzuholen und z.B. folgende Fragen zu beantworten: „Prüfen, wie man einen Mehrwert aus dem von der SAP aufgezwungenen System rausholen kann – und ist die neue Version wirklich besser?“

Die letzte Frage konnte aufgrund der Verzögerung des Freigabeprozesses des neuen Releases leider nicht vollständig beantwortet werden. Trotzdem und gerade weil itelligence in diversen Rollen an dem Ramp-Up zum Solution Manager 7.1 teilgenommen hat (als Kunde im Bereich Application Incident Management und als Partner im technischen Bereich), konnten wir jedoch einen guten Überblick über die zu erwartenden Neuerungen geben: „Was erwartet uns mit SolMan 7.1?“

  • Monitoring PI 7.3 – Der Einsatz des SolMans 7.1 ist notwendig
  • Es gibt keinen direkten Upgrade-Pfad von 7.01 auf 7.1. Dies geschieht auf zwei Ebenen (technisches Upgrade und anwendungsspezifisch, je nach kundenbezogenem Customizing)
  • Die Entwicklung der Solution Manager System Landscape (SMSY) und der System Landscape Directory (SLD) zur neuen Komponente Landscape Management Data Base (LMDB)
  • Die Vorteile des neuen Monitoringkonzepts (Robots und Agenten, die zentral über den SolMan verwaltet und verteilt werden)
  • Den hohen Standardisierungslevel des HelpDesk. Dieser kommt bereits mit einer großen Bandbreite an Möglichkeiten der Configuration, so dass der kundenbezogenen Anteil des Customizing reduziert werden kann.
  • Die Einführung von kleinen Funktionen, die die täglichen, routinemäßigen Tätigkeiten des Systemadministrators erleichtern sollen
  • Die Konsolidierung des Diagnostics als Standardkomponente, die im Rahmen der Konfiguration (SOLMAN_SETUP) eingeführt wird

Für die meisten der o.g. Funktionen werden im Rahmen der Konfiguration (Systemvorbereitung, Basis Konfiguration) die Weichen gestellt. Auch ist der korrekte Abschluss dieser Konfiguration zwingend notwendig, um einen funktionsfähigen Solution Manager zu erhalten.

Die Resonanz unserer erfolgreichen Technologietage sieht man anhand der daraus resultierenden Nachfrage vor allen in den folgenden Bereichen:

  • Einführung Application Incident Management („altes“ Help Desk)
  • Monitoring (Technisches Monitoring mit PI und klassischen Systemen wie RZ20/CCM, Process Monitoring)
  • Einführung/Nutzung anderer nicht-klassischen Funktionen, wie z.B. Landscape Verification Tool (LVT)

Das zeigt uns, dass der Kunde durchaus bereit ist, in dem neuen Solution Manager mehr Nutzen zu sehen. Insbesondere in der Anwendung von Funktionen, die die täglichen Systemadministration unterstützen, wie z.B.

  • der “klassische” Early Watch Alert (EWA): Wöchentliches Reporting und Auswertung, der Ressourcenoptimierungspotential aufzeigt (Hardwareressourcen, Top 20 der Transaktionen, expensive SQL Statements, …).  Die automatische Verteilung der Wartungszertifikate, den Einsatz des Maintenance Optimizers (MOPZ).
  • Landscape Verification Tool (LVT): Hilfsfunktion, unterstützend bei der Konsolidierung der Systemdaten in der SMSY, SLD und LMDB.
  • Software Update Manager 1.0.
  • Und vor allem die Nutzung des WorkCenters Systemadministration: Gut konfiguriert, erlaubt es eine zentrale Verwaltung der angeschlossenen Systeme, ohne individuelles Login.

Diese Funktionen, wie die meisten Funktionen im SolMan, folgen den Designvorgaben, bzw. der Prozessordnung im Rahmen des Application Lifecycle Management s (ALM). ALM aus SAP-Sicht ist in erster Linie ein Gesamtblick auf die verschiedenen Evolutionsetappen, welche ein System oder eine Landschaft durchlebt. Angefangen mit der Installation, Registrierung, Wartung, Operation und Upgrade.

Alles in allem bietet die neue Version deutlich mehr Vorteile als Nachteile! Die technologische Grundlage ist ein guter Ausgangspunkt für eine zukünftige stabile Entwicklung. Man könnte fast meinen, die aktuelle Plattform ist stabiler und homogener als die Vorgängerversion, mit mehr Möglichkeiten, welches zu einer höheren Kundenakzeptanz führen kann. Die internationalen Anfragen, die uns erreichen, bestätigen diesen ersten Eindruck.

Der Mehrwert des neuen Releases ist vor allen in folgenden Bereichen zu sehen:

  • Zentralisierung administrative Tätigkeiten, gemäß des ALM-Prozesses
  • Zentrale Sicht und Überblick der technologischen Landschaft, was letztendlich sehr hilfreich bei der Komplexreduktion der vorhandenen Landschaft ist.

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