Enter the next level: Reality in Real-time Teil 1

Jonglage

– von Klaus-Christoph Mueller, Director Global Business Solutions, itelligence –

Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag lang? Keine Panik, mich interessieren keine Details. Ich vermute aber, dass die meisten von Ihnen unabhängig von Ihrer aktuellen Position und dem auf Ihrer Visitenkarte aufgedruckten Titel zumindest bis zu einem gewissen Grad als Manager arbeiten: Sie müssen planen und organisieren, sie erhalten und geben Feedback und reagieren darauf. Kurzum: Sie versuchen, irgendwie alles unter einen Hut zu bekommen. Und wir sprechen hier nicht nur von Ihrem Beruf: Das Privatleben, die Familie und den Job nebeneinander zu bewältigen, ist für viele von uns heutzutage eine besondere Herausforderung. Überlegen Sie sich deshalb für einen Moment, was Sie tagein, tagaus eigentlich tun. Die üblichen Aufgaben bei der Leitung von Projekten kann man aus einer höheren Warte aus als Planung, Durchführung und Kontrolle bezeichnen. Klingt doch eigentlich recht vernünftig, oder?

Ja, und natürlich sollten man dabei auch die richtige Reihenfolge beachten: Es ist immer eine gute Idee, alles gründlich durchdacht zu haben, bevor man anfängt und anschließend einen Blick auf die Ergebnisse wirft. Und Sie können diesen Zyklus auch immer und ewig durchführen: Anhand der Ergebnisse und der zunehmenden Erfahrung wird dann die nächste Planung noch viel besser als die letzte sein. Und sollten wider Erwarten die Ergebnisse doch nicht so gut wie erwartet ausfallen, nun, dann war Ihre Planung eben nicht gut genug, ist doch klar, oder? Als Beispiel hierfür kann man die PMI-Methodik heranziehen, die ebenfalls diesem grundlegenden Phasenmuster folgt und zusätzlich noch großen Wert auf die Bedeutung der Kommunikation legt. Kurz gesagt: Gute Planung geht über alles, und wenn man darüber die Kommunikation nicht vergisst, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, und alles ist in bester Ordnung. Brillante Theorie, einfach und unkompliziert,

…. Aber in der Realität?

Was ist mit all diesen sich ständig verändernden Bedingungen, bei denen Sie stets und so schnell wie möglich reagieren müssen? Natürlich sind Frühwarnsysteme eine hervorragende Idee. Sie bekämpfen aber nicht das grundlegende Problem, dass Sie ständig Korrekturmaßnahmen durchführen und Ihre wohldefinierte Phasenplanung über den Haufen werfen müssen. Und wenn man noch genauer hinschaut, bleibt eigentlich noch nicht einmal das übrig: Sie können Ihre Tätigkeiten  wahrscheinlich gar nicht sauber trennen, wenn Sie sich am Ende des Arbeitstages fragen, was Sie den lieben langen Tag eigentlich gemacht haben. Und wenn es hoch hergeht, sollten Sie einen Manager unter Druck besser nicht fragen, ob er jetzt eigentlich gerade kontrolliert oder schon wieder zur Planung übergegangen ist…

Wir sollten also die Realität akzeptieren: Management kann in der Praxis nicht in klar getrennte Tätigkeiten unterteilt werden, die sauber von Phase zu Phase aufeinanderfolgen. Und der Managementprozess ist auch nur insofern kreisförmig, weil Sie manchmal alles ganz plötzlich erneut von vorne angehen müssen. Und in der Regel geschieht das dann auch noch alles gleichzeitig!

Keine neue Erkenntnis?

Ja! Will ich übrigens auch gar nicht behaupten.  Bereits die empirische Forschung von Henry Mintzberg in den späten sechziger Jahren zeigte deutlich, dass schon damals die Tätigkeiten von Führungskräften in der Realität nichts mit dieser kreisförmigen Managementtheorie getrennt durch eindeutige Phasen zu tun hatten. Und so lernte ich schon an der Universität (auch schon wieder ein paar Jahre her ….), dass die tägliche Arbeit eines Managers eher durch offene Zyklen, einem zersplitterten Arbeitstag und Ungewissheit gekennzeichnet ist.

Alles gut und schön. Warum ich das dann trotzdem erwähne: Obwohl diese Fakten schon seit geraumer Zeit bekannt sind, finden sie im Allgemeinen in IT-Systemen bis heute keine Berücksichtigung!

Soweit der Status Quo – „Warum“ das so ist? Genau darauf gehe ich in Teil 2 meiner Blogreihe ein.

Zusätzliche Informationen:

  • Wenn Sie an mehr Details zum Thema Management-Theorie interessiert sind, empfehle ich Ihnen folgende Literatur: Steinmann / Schreyögg, Management – Grundlagen der Unternehmensführung, 6. Auflage, Wiesbaden 2005 – vor allem Kapitel 4
  • Außerdem finden Sie hier weitere Informationen zu den empirischen Studien von Henry Mintzberg und weitere Informationen über seine Person:
  1. http://hbr.org/product/manager-s-job-folklore-and-fact-hbr-onpoint-enhanced-edition/an/5429-PDF-ENG
  2. http://www.mintzberg.org/

Dies sind nur drei von vielen Quellen, über die Sie in die Thematik eintauchen können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

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1 Gedanke zu “Enter the next level: Reality in Real-time Teil 1”

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