Enter the next level: Reality in Real-time Teil 2

Rechenmaschine

– von Klaus-Christoph Mueller, Director Global Business Solutions, itelligence –

Im ersten Teil meiner Blogreihe bin ich auf den Umstand eingegangen, dass eigentlich alle von uns in irgendeiner Form Manager sind. Und darauf, dass Manager schon seit Jahrzehnten eigentlich immer alles gleichzeitig tun müssen und die IT-Systeme dabei manchmal nicht so viel beitragen wie gewünscht.

Was sind die beiden wichtigsten Gründe dafür?

Bis heute waren die Technologien und Systeme einfach noch nicht bereit dafür! Seit Beginn des Computerzeitalters waren die Speicherkapazitäten knapp oder zumindest teuer und daher im Grunde nie in der gewünschten Menge vorhanden. Sie kennen bestimmt Moores Law, wonach sich das Preisleistungsverhältnis in der Informationstechnologie alle 18 Monate verdoppelt, und diese Regel hat sich schon seit vielen Jahren als konstant erwiesen. Der Preis spielt natürlich immer noch eine Rolle, ist aber längst nicht mehr der ausschlaggebende Faktor oder gar Engpass wie früher. Damals musste die Rechenleistung häufig zwischen verschiedenen Systemen verteilt werden, und diese Beschränkung war auch der Grund für die Trennung zwischen Online Transactional Processing (OLTP) und Online Analytical Processing (OLAP). Bei OLAP erfolgen komplexe mehrdimensionale und multirelationale Datenauswertungen mit hohen Datenmengen zur Unterstützung von Steuerungs- und Planungsprozessen. Da es sich hierbei nicht um so zeitkritische Geschäftsvorfälle wie etwa Kundentransaktionen handelte, war es daher nur logisch, diese vom Tagesgeschäft zu trennen, das in Echtzeit bspw. mithilfe von ERP-Systemen erfolgte. Diese aggregierten Daten werden dann getrennt in Data Warehouses (mit einer Verzögerung wegen dem Batch Upload) erfasst. Diese Datenspeichereinrichtungen stehen nicht im direkten Kontakt mit den operativen Systemen und sind in technischer Hinsicht strikt durch multidimensionale Info Cubes anstatt transaktionsorientierte Strukturen wie beim OLTP üblich aufgebaut.

Der zweite Grund ist meiner Meinung nach die im Software-Design allgemein und den ERP-Systemen insbesonders verbreitete Methodik, so viele verschiedene Anwendungsfälle wie nur möglich abdecken zu wollen. Dadurch bedingt ergibt sich eine enorme Fülle von Daten und Funktionen. Um diese Menge dann einigermaßen zu strukturieren, erschien es den Entwicklern und Lösungsarchitekten nur logisch, dazu unter anderem verschiedene Benutzerrollen zu verwenden. Diese Trennung in Managementfunktionen, operative Vorgänge und Benutzer mit eher analytischen Aufgaben erfolgte zu einem gewissen Grad natürlich auch aus Performancegründen. In erster Linie sollten die verschiedenen Rollen aber dazu dienen, die Anwendungsfälle zusammenzufassen und zu ordnen. Natürlich ist diese Trennung nach Benutzerrollen an sich keine schlechte Idee, insbesondere da diese ja manchmal sogar direkt der Realität in den Firmen entspricht. Dabei sollte man aber berücksichtigen, dass hier die Belange des Benutzers gar nicht im Mittelpunkt stehen. Es wurden vielmehr eher aus der Unmenge an Funktionen gewisse Cluster gebildet und Benutzerrollen zugeordnet. Infolgedessen hat ein durchschnittlicher ERP-Benutzer Zugriff auf eine Vielzahl von Inhalten auf seinem Bildschirm, die er wahrscheinlich nie in seinem Leben verwenden, benötigen oder auch nur verstehen wird. Zugleich wird auf diese Weise viel Platz auf der Benutzeroberfläche für nicht unbedingt erforderliche Informationen vergeudet, während andere für den Benutzer wichtige Informationen nur durch Eingabe einer anderen Transaktion auf einem anderen Bildschirm abgerufen werden können.

Die Situation hat sich mit der Einführung von Portalen zwar etwas verbessert, da dort der Zugang zu relevanten Transaktionen ermöglicht wurde. Aber die Grundidee ist immer noch sehr vorherrschend, dass jede Transaktion einer bestimmten Benutzerrolle zuzuordnen ist. In einer durch mobile, selbsterklärende und spezifische Applikationen geprägten Zeit wirkt dieser klassische Ansatz schon recht veraltet. Und die alten Lösungen sind auch zu unflexibel. Wenn man vor allem an die Forderung der Erledigung von Transaktionen in Echtzeit denkt, verschwinden die Unterschiede zwischen Rollen heutzutage mehr und mehr.

Soviel zu den Herausforderungen an die Benutzer. Aber welche Lösungsansätze gibt es hier? Interessiert? Dann lesen Sie den Teil 3 meiner Blogreihe!

Zusätzliche Informationen:

  • Wenn Sie an mehr Details zum Thema Management-Theorie interessiert sind, empfehle ich Ihnen folgende Literatur: Steinmann / Schreyögg, Management – Grundlagen der Unternehmensführung, 6. Auflage, Wiesbaden 2005 – vor allem Kapitel 4
  • Außerdem finden Sie hier weitere Informationen zu den empirischen Studien von Henry Mintzberg und weitere Informationen über seine Person:
  1. http://hbr.org/product/manager-s-job-folklore-and-fact-hbr-onpoint-enhanced-edition/an/5429-PDF-ENG
  2. http://www.mintzberg.org/

Dies sind nur drei von vielen Quellen, über die Sie in die Thematik eintauchen können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

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2 Gedanken zu “Enter the next level: Reality in Real-time Teil 2”

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