Industrie 4.0: In kleinen Schritten zum Gesamtkonzept

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„Industrie 4.0: Der Schlüssel zum Erfolg“ (Handelsblatt), „Industrie 4.0: In der Zukunftsfabrik“ (Die Zeit), „Siegeszug für Kollege Roboter“ (CIO.de) – die Überschriften belegen es: Industrie 4.0, also die Vernetzung von IT und Kommunikationstechnik zu einem „Internet der Dinge, Dienste und Daten“, wird inzwischen von den großen allgemeinen Tageszeitungen und Zeitschriften aufgegriffen. Allerdings ranken sich zahlreiche Mythen um den Begriff. Aus diesem Anlass habe ich mich in einem Grundlagenbeitrag für den Business Expert Circle (BEC) der IT-Fachzeitschrift „Computerwoche“ kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt.

Industrie 4.0 ist keine Revolution

Industrie 4.0 wird häufig als die „vierte industrielle Revolution“ bezeichnet. Das ist aus meiner Sicht falsch: Die Produktionstechnik und damit auch die Geschäftsprozesse ändern sich nicht radikal, der Wandel wird sich evolutionär vollziehen. Ebenso wenig lässt sich vorhersagen, wann sich Industrie 4.0 durchsetzt, denn bis heute gibt es kein Komplettszenario. Zurzeit fokussieren die meisten Projekte auf einzelne Facetten wie Fertigung auf Losgröße 1, vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) oder Augmented Reality mit Datenbrille bei Prozessen im Lager und haben in der Regel Prototypcharakter. Genau diese Aspekte werde ich in einem zweiten Beitrag für den BEC aufgreifen.

Nach meiner Überzeugung können insbesondere mittelständische Firmen mit Industrie 4.0 Wettbewerbsvorteile erzielen. Das ist für uns von itelligence ein wichtiger Ansporn, uns intensiv mit der Thematik und den für die Umsetzung benötigten Technologien im SAP-Umfeld zu beschäftigen. Schon seit Längerem kooperieren wir daher mit wissenschaftlichen Initiativen wie dem Innovation Campus des FIR e. V. an der RWTH Aachen. Die dort erzielten Ergebnisse werden dann jeweils in konkreten Anwendungsfällen umgesetzt.

Augmented Reality im Lager mit Datenbrille

Gleichzeitig entwickeln wir zusammen mit Kunden Industrie-4.0-Lösungen für spezifische Geschäftsanforderungen, die auf aktuellen Technologien basieren und in die SAP-Software integriert sind. In der Intralogistik beispielsweise schlummert Optimierungspotenzial, das sich durch den Einsatz von „Wearable Devices“ wie der Datenbrille heben lässt.

Bei Unternehmen, die Ware auf Artikelbasis kommissionieren, kann allein der Aufwand, der beim Kommissionieren anfällt, bis zu 70 Prozent der Logistikkosten ausmachen. Wird aber zum Scannen der Ware eine Datenbrille statt mobiler Erfassungsgeräte verwendet, lässt sich der gesamte Vorgang vereinfachen und straffen, außerdem hat der Lagermitarbeiter dann beide Hände frei, um die Ware aus dem Regal zu nehmen.

Genau dafür haben wir gemeinsam mit Bott, einem Hersteller von Fahrzeug- und Betriebseinrichtungen sowie Arbeitsplatzsystemen, den Prototyp einer Augmented-Reality-Applikation für Google-Glass-Brillen entwickelt. Dahinter steckt die Idee, die SAP-basierten Lagerprozesse, insbesondere die Kommissionierung, durch diese innovative Anwendung nachhaltig zu optimieren und noch effizienter zu machen.

Reale und virtuelle Welt verbinden

Die Anmeldung am SAP-System erfolgt, indem der Lagerarbeiter mit seiner Google-Datenbrille einen QR-Code einscannt. Sobald der Mitarbeiter sich erfolgreich eingeloggt hat, kann er über diese Brille und unsere App laufend mit dem ERP-Back-End kommunizieren. Die SAP-Anwendung zeigt ihm auf der Brille sofort den ersten Auftrag an, und zwar mit allen relevanten Informationen. Der Mitarbeiter kann sich daher ohne Umweg über einen Terminal direkt zum Lagerplatz begeben und spart Zeit. Anhand des QR-Codes mit dem dieser Lagerplatz wie auch alle anderen ausgestattet sind, kontrolliert er dort per Datenbrille, dass er sich tatsächlich am richtigen Lagerort befindet.

Dann fordert ihn das System auf, die Entnahme durchzuführen. Ist die Ware auf den Hubwagen verladen, bestätigt der Lagerarbeiter den Vorgang via Sprachsteuerung. Diese Information fließt in Echtzeit in die SAP-Software und wird dort sofort verarbeitet. Die Ware wird an den vorgesehenen Sammelplatz und der Mitarbeiter erhält über die Datenbrille den nächsten Auftrag aus SAP. Wie die Google-Glass-Anwendung bei Bott die reale und die virtuelle Welt im Sinne des Internets der Dinge verbindet, lässt sich übrigens in einem informativen Video auf unserem Youtube-Kanal anschaulich verfolgen.

Auch wenn es sich bei dem Google-Glass-Szenario nur um eine Facette von Industrie 4.0 handelt, bin ich bin fest davon überzeugt, dass Initiativen wie diese das Verständnis für die Bedeutung einer „intelligenten Fabrik“ (Smart Factory) nachhaltig fördern und stärken. Der nächste Schritt ist dann, die Einzelinitiativen schlüssig zu einem Gesamtkonzept zu verknüpfen. Das setzt auch den Willen voraus, die Organisationsstruktur des Unternehmens anzupassen und zu verändern. Bei diesem Prozess unterstützen wir von itelligence unsere Kunden mit unserer Erfahrung und unserem Know-how.

– von Dr. Andreas Pauls, Geschäftsführung itelligence Deutschland –

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