IoT-Projekt: Wann gehen Sie den ersten Schritt?

Die Zeit der Theorie ist vorbei. Warum gerade jetzt ein Pilotprojekt mit IoT-Technologie gebraucht wird.

Technologisch abgehängt werden – das möchte kein Unternehmen. Und der Veränderungsdruck ist aktuell hoch, besonders bei der Digitalisierung der Geschäftsprozesse und – noch grösser gedacht – bei der digitalen Transformation des Unternehmens. Die Big Player und die Start-ups machen es vor.

In der Industrie sind es vor allem die Internet-of-Things-Technologien, die vielversprechend klingen. Man liest und hört viel darüber. Viele Mittelständler sind auf der Suche nach Ideen und Ansätzen. Geht es aber um eine konkrete Digitalstrategie und erste Projekte, dann sieht es in vielen Unternehmen mau aus.

Was hemmt den Pioniergeist? Es ist vielfach die Sorge, eine falsche Richtung einzuschlagen, eine ungeeignete Plattform* oder Technologie zu wählen, das Innovations-Budget in einem sinnlosen Projekt zu verbrennen. Das alles blockiert Zukunftsprojekte.

Dabei können IoT-Projekte schnell und in überschaubarer Grösse umgesetzt werden. Sie sind skalierbar, wenn die Vorgehensweise agil ist und Zwischenergebnisse gezielt verwendet werden. Der „Big Bang“ ist nicht nötig, bereits kleine Cases bringen einen Mehrwert. Und sie sind notwendig. Denn nur der Einstieg in ein konkretes Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse.

Mit einem IoT-Projekte betreten die allermeisten Unternehmen neues Terrain. Vom Schreibtisch aus lässt sich die Reise nicht durchplanen. Unerwartete Erkenntnisse und Zusammenhänge sind die Regel. Ein Beispiel: Bei der Vernetzung von Lkws in einem Logistik-Case sollten die Fahrzeuge bei Kontakt automatisiert Daten austauschen. Aber nur beim Be- und Entladen am Logistikzentrum. Stattdessen reagierten die Sensoren auch bei Begegnungen auf der Autobahn. Solche Fehler können schnell behoben werden, fallen aber oft erst nach dem Go-live auf. In anderen Fällen kann sich herausstellen, dass eine Technologie (noch) zu fehleranfällig ist – oder komplett ungeeignet als Lösungsansatz.

Vieles lässt sich theoretisch durchdenken und von Projekten und Use Cases anderer Unternehmen ableiten. Aber erst während der praktischen Umsetzung im eigenen IT-Betrieb entwickelt sich ein positiver Lernprozess – wenn beispielsweise kreative Wege gefunden werden, Daten zu erfassen und sichtbar zu machen. Zudem erhalten die Akteure Ideen für neue digitale Geschäftsmodelle, wo zuvor lediglich wolkiges Wissen über Sensoren und Datenauswertung bestand. Und ein erfolgreicher Proof of Concept erlaubt Rückschlüsse auf die Ausweitung der neuen Technologie im Unternehmen, beispielsweise die Vertiefung des Machine Learnings und der automatisierten Entscheidungsfindung für weitere Prozesse. Deshalb sind Pilotprojekte so wertvoll.

Bei aller Experimentierfreude: Wichtig ist ein Framework, das Unsicherheiten auffängt. Eine Methode, die dafür sorgt, dass Projekte strukturiert ablaufen und die Unternehmens- und Digitalstrategie wirklich voranbringen. Auf diese Weise wird ein IoT-Projekt zum Startpunkt eines individuellen Innovationspfads.

Dann kann der größte Fehler nur sein, nicht zu starten.

*(Exkurs: Eine finale Plattformentscheidung ist in den meisten Fällen unnötig, denn die Plattformlandschaften werden langfristig alle hybrid sein. Anbieter und Systeme werden die benötigte Offenheit hergeben.)

                                              -von Hans Rauwolf, Leitung Geschäftsfeld Industrie 4.0 / IoT, itelligence AG-

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