PLM Solutions – Nutzung des CAD-Daten-Vorrats und Produktstruktursynchronisierung

PLM Solution – SAP Visual Enterprise

In vielen Unternehmen werden in der Produktentwicklung massenweise CAD-Daten angehäuft, die in späteren Prozessen in keiner Weise weiter genutzt werden. Dabei kann die Nutzung dieser Daten auch in Folgeprozessen wie Fertigung, Service oder Instandhaltung einen grossen Vorteil bieten – die Daten existieren bereits, warum sollten sie nicht auch weiterhin verwendet werden?

Genau mit dieser Fragestellung setzt sich die Visual Enterprise Suite von SAP auseinander. Sie ermöglicht die Verwendung von CAD-Modellen auch in weiteren Bereichen des Unternehmens und bietet somit eine effizientere Nutzung dieser Daten.

Von Right Hemisphere zu Visual Enterprise

Im Jahre 2012 gab SAP die Übernahme von Right Hemisphere bekannt, dass bis dahin die Entwicklung der Visualisierungstechnologien vorangetrieben hatte. Unter Nutzung des .rh-Formats, dass eine hohe Komprimierung der 3D-Daten ermöglicht und das Standardformat von Visual Enterprise darstellt, wurden hier drei Komponenten entwickelt:

SAP Visual Enterprise Generator: Ermöglicht automatisierte, aber auch manuelle Konvertierungen nativer CAD-Assemblies zum .rh-Format. Sowohl die .rh-Dateien der (Unter-)Baugruppen als auch aller Komponenten werden dabei als entsprechende Dokumentenstückliste in SAP abgelegt und mit den korrespondierenden Materialien verknüpft, sodass eine vollständige Kopplung der CAD- und ERP-Metadaten gewährleistet wird.

SAP Visual Enterprise Author: Ermöglicht die Erstellung animierter Montageanleitungen unter Nutzung der zuvor konvertierten Modelle – auch hier kann die Konvertierung durch einfaches Öffnen im VE Author und sofortiges Abspeichern im .rh-Format getriggert werden. Er beinhaltet auch den Visual Enterprise Planner, der eine visuelle Umsetzung der Konstruktionsstückliste in die Fertigungsstückliste ermöglicht, inklusive Komponentenzuordnung und Bearbeitung des Arbeitsplans. Das kann durch Drag & Drop, sowohl der Komponenten aus der Stückliste, als auch der 3D-Teile des Modells bewältigt werden.

SAP Visual Enterprise Viewer: Ermöglicht die Anzeige der .rh-Modelle und Montageanleitungen inklusive zugehöriger Animationen und bietet zusätzliche Funktionen, wie Querschnitte in allen Dimensionen, Bemassungen, Kollaboration und Auseinanderbauen des Modells. Ausserdem ist der Viewer kostenlos für Windows, Android und iOS verfügbar und wird bereits als Standardviewer in SAP ERP genutzt.

Abb1: Nutzung von Visual Enterprise in Analytics

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Neue Funktionen steigern Effizienz und Prozessintegration

Auf Grund der zahlreichen noch ungenutzten Möglichkeiten, die diese tiefere Integration des PLM bietet, konzentrieren sich sowohl SAP als auch itelligence aktuell sehr stark darauf, neue Funktionen in ihre Produkte einzubauen und bereits vorhandene Möglichkeiten intensiver und effektiver zu nutzen. Dies wird in den nächsten Wochen und Monaten zu ständig neuen Entwicklungen und Fortschritten führen, die eine nachhaltige Zusammenführung dieser zuvor stark getrennten Bereiche nach sich ziehen wird.

Für weitere Informationen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sprechen Sie uns an:
Andreas Sigrist, SAP Solutions
e-mail: andreas.sigrist@itelligence.ch


PLM Solution – SAP Produktstruktursynchronisierung: Konstruktions- und Fertigungsstrukturen in Einklang bringen

Herausforderungen im Übergang von Entwicklung zu Produktion
Strukturunterschiede zwischen Konstruktions- und Fertigungsstückliste sind der meistgenannte Grund für den Einsatz mehrerer Stücklistenverwendungen:

Die Konstruktionsstückliste (Engineering Bill of Material, kurz eBOM) entsteht in der Regel aus einer CAD-Struktur und ist funktionsorientiert aufgebaut. Betriebsstoffe und weitere Komponenten, die sich im CAD nicht darstellen lassen, finden auch keinen Platz in der eBOM.

In der Produktion wird hingegen eine Struktur benötigt, die sich an der Reihenfolge der Montageschritte orientiert und alle Komponenten, die zur Herstellung der Baugruppe benötigt werden, enthält – hier ist die Rede von der Fertigungsstückliste (Manufacturing Bill of Material, kurz mBOM).

Wird an mehreren Standorten mit unterschiedlichen Fertigungsverfahren produziert, können daraus sogar mehrere Fertigungsstrukturen und somit verschiedene werksspezifische Fertigungsstücklisten resultieren. Erfolgen nun aus der Konstruktion heraus technische Änderungen an Produkten und Baugruppen, wird es zu einem Kraftakt, die daraus resultierenden Änderungen an Komponenten und Baugruppen in der Fertigung zu ermitteln, die Maßnahmen für die Übernahme der Änderung zu definieren und diese zeitnah umzusetzen.

SAP Produktstruktursynchronisierung
Mit der SAP Produktstruktursynchronisierung (kurz PSS) können Stücklisten miteinander synchronisiert werden. Dabei wird eine Quellstruktur, z.B. eine eBOM, in eine Zielstruktur, z.B. eine mBOM, systemgestützt überführt. Hierdurch entstehen Referenzen zwischen den einzelnen Komponenten. Nach einer Umstrukturierung der mBOM bleiben diese erhalten, sodass jederzeit per Knopfdruck die zugehörige Komponente der eBOM ermittelt werden kann. Die Referenzen zwischen den einzelnen Komponenten werden in einer so genannten Synchronisierungseinheit hinterlegt. Sie dient als Bindeglied und Informationsbasis zwischen den beiden Strukturen.
Werden Änderungen an der eBOM im Rahmen des Änderungswesens durchgeführt, dann registriert die Synchronisierungseinheit dies und ihr Status ändert sich. Das ist ein Indikator dafür, dass nicht behandelte Änderungen für die mBOM vorliegen. Die zuständige Fachabteilung kann diese Änderungen, abhängig von der Art der Änderung (z.B. neue Komponente oder Mengenänderung), systemgestützt übernehmen oder ablehnen; auch Automatismen sind möglich.

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