SAP Business Suite on HANA – Eine Vision wird real(time)

– von Uwe Bohnhorst, COO itelligence AG –

400 Millionen Lines of Code wurden überarbeitet, um die Vision der SAP zu verwirklichen – die komplette Business Suite auf die Real-Time-Platform SAP HANA zu portieren.

Als Hasso Plattner begann, seine „Vision“ eines echten Real-Time-Unternehmens vor sechseinhalb Jahren zu entwickeln, klang das für viele Kunden vor allem nach teurer Zukunftsmusik. Ende 2010 wurden die Pläne mit einer ersten Version real, am 10. Januar dieses Jahres folgte nun der strategische Big Bang: SAP HANA ist ab sofort Basis sämtlicher aktueller und zukünftiger Software aus Walldorf.

Ende 2012 hatte SAP zunächst ihre CRM-Anwendungen auf Basis von SAP HANA verfügbar gemacht, jetzt folgten die Kernanwendungen der SAP Business Suite. Transaktionsdaten stehen damit künftig im Hauptspeicher für schnelle und fundierte Analysen zur Verfügung, der klare Vorteil heißt Geschwindigkeit. Der wahre Meilenstein hinter dem Announcement ist aber dieser: Die ERP-Nutzung an sich wird sich verändern, weil es sich quasi zum ERS wandelt – zu einem Tummelplatz für Embedded Analytics, die Simulation unterschiedlichster Business- und Markt-Szenarien. Deutlich machte SAP das am Beispiel eines MRP-Laufs (Materials Requirements Planning), der mit Hilfe von In-Memory-Computing innerhalb von wenigen Minuten statt bisher Stunden abgeschlossen sein kann. Ebenso schnell ist künftig anhand von Simulationen und ad-hoc Analysen zum Beispiel geprüft, welchen Effekt das Verschieben von Maschinenkapazitäten hätte oder wieviele Aufträge und Kunden von sonstigen Veränderungen in der Produktionsplanung betroffen sind.  Eine Information, die in den derzeitigen Systemen nur mit erheblichem Aufwand und gegebenenfalls unter Einbeziehung einen Programmierers zu ermitteln ist.

Mit der Suite on HANA verspricht SAP aber nicht nur das Ende langwieriger Batch-Läufe, sondern auch vereinfachte Anwendungslandschaften und geringere TCO. Die Prozesse im Unternehmen können dank kluger Simulation – und nicht zuletzt dank der möglichen Integration von intelligenten Workflows – an das neue Konsumverhalten und die Anforderungen der Generation „Digital Native“ angepasst werden. Der Kunde bestimmt die Märkte von heute. Und er will vor allem Speed und Flexibilität.

Wer die Business Suite schon im Einsatz hat, kann via Service Pack auf die HANA-ready Version upgraden. Ob dann auch eine Migration gen nicht-relationale Datenbank-Appliance erfolgt, bleibt dem Kunden selbst überlassen: Alle bisher von SAP unterstützten Datenbanken sind auch weiterhin nutzbar. Was die SAP-Anwendungen wirklich können, zeigen sie nur im Zusammenspiel mit HANA, machte SAP allerdings deutlich. Dazu werden meines Erachtens auch die zahlreichen HANA Performance Apps beitragen, mit der SAP das Core-ERP und die Standard Suite entsprechend erweitert. Eine erste Rapid Deployment Solution ist für Q1 2013 bereits angekündigt – inklusive vorkonfigurierter Software, Implementierungsservices, Inhalten und Trainings zum Festpreis. Kunden sollen damit in weniger als sechs Monaten live gehen.

itelligence hat ihre eigenen SAP Branchenlösungen, die it.solutions, bereits migriert. Als einer von drei Early Partnern hatten wir die Gelegenheit, den Umstieg auf HANA ausgiebig zu testen. Unser Fazit: Technisch läuft alles sehr problemlos. 25 unserer Berater sind bereits für SAP HANA zertifiziert, auch unsere Technik-Experten im Rechenzentrum mit der Technologie vertraut.

Mit den Erfahrungen der SAP Pilotkunden, darunter Ferrero und John Deere, gilt es nun, den Markt mit den Vorteilen von OLAP und OLTP auf einer Plattform vertraut zu machen. Interessant ist die Suite on HANA aus meiner Sicht besonders für Branchen, die mit hohem Datenaufkommen zu kämpfen haben – darunter Retailer, Wholesaler und Fertigungsunternehmen. Entscheidend ist aber der jeweilige Business Case. Vom Implementierungspartner erfordert der Umstieg sowohl technisches Know-how als auch tiefe Kenntnisse in den jeweiligen Branchen, dazu Einfühlungsvermögen in die Prozesse und nicht zuletzt den Spirit der zumeist mittelständischen SAP-Anwender – das Spezialgebiet der itelligence AG.

Das Interesse des Marktes an der Business Suite on HANA ist mit dem strategischen Wettbewerbsvorteil „Schnelligkeit“ geweckt. Dazu gehört auch, dass Abfragen und Analysen beliebig granular, aggregiert und dimensioniert durchgeführt werden können. Eine wahre Migrationslawine erwarte ich persönlich für 2013 noch nicht, aber ein erfolgreiches Realtime-Szenario bei den Early Adoptern wird Einfluss auf die Märkte haben. Und damit auch auf die Innovationsfreude der potenziellen Follower.

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