Aufklärung in Orlando: SAP HANA – Mythos und Wahrheit

– von Uwe Bohnhorst, Chief Operating Officer, itelligence AG –

Die große Frage bei der Keynote von Hasso Plattner und Vishal Sikka am letzten Tag der SAPPHIRE NOW war wie immer die folgende: Wie viele Minuten überziehen die beiden ihren Vortrag? Diesmal waren es 35 Minuten, was dazu führte, dass ich leider das Ende des Vortrages nicht mehr miterleben durfte, da ich in ein Kundenmeeting musste.

Hasso Plattner widmete sich verschiedener Mythen & Wahrheiten über sein „Baby“ und Lieblingsthema SAP HANA. In der Presse kursiere, dass HANA dies nicht könne und das nicht könne, damit werde er aufräumen. HANA kann nicht virtualisiert werden? Natürlich kann es. Sämtliche Daten müssen im Hauptspeicher vorgehalten werden? Stimmt nicht. Vielmehr werden sie nach wie vor über physische Speichermedien oder SSD in einer normalen Datenbank in Tabellenform gespeichert; HANA lädt dynamisch nur die Spalten der Tabellen, die der User abfragt. Die Cache-Mechanismen und auch die Vorteile der Kompressionsalgorithmen kamen zur Sprache: Wird eine 3-Terabyte-Datenbank in eine HANA-DB übertragen, kann sie locker auf 1,5 oder 2 Terabyte reduziert werden. Hasso Plattner steckt im Thema HANA wie kein anderer.

Und es ist immer wieder beeindruckend, zu sehen, wie er nach wie vor die Innovation in einem so großen Unternehmen vorantreibt. Wenn es um technische Dinge geht, ist der SAP-Gründer voll in seinem Element, hier in Orlando hat er sie in Form von Q&A’s und mit großen Emotionen erklärt. Ja: SAP hat Vishal, Jim und Bill – und alle drei machen einen großartigen Job. Aber was HANA angeht, ist Hasso Plattner mit seinem Hasso Plattner Institut in Potsdam eine treibende Kraft – auch inhaltlich.

Vishal Sikka, der als SAP-Vorstandsmitglied den Bereich Technology & Innovation verantwortet, präsentierte in seiner Keynote zunächst die neue Benutzeroberfläche SAP Fiori (Thema meines gestrigen Blog-Beitrags). Nicht Application Software sondern Consumer-Lösungen wie Google oder facebook sollen künftig Benchmark in Sachen Benutzerfreundlichkeit sein. „So muss Business-Software aussehen“, betonte Vishal, „und nicht so komplex und kompliziert wie heute“. Die Vorteile des neuen, unternehmensweiten HTML-Codings: Programme werden nur einmal geschrieben, die Applikation kann anschließend von allen Endgeräten aus bedient werden – egal ob Tablet, Desktop oder iPhone. Die Zauberformel heißt ‚Responsive Design’. Der Kritik, dass ein SAP Bildschirm unschön und überfrachtet wirkt muss SAP sich künftig also nicht mehr stellen. Das ist gut so, schließlich wächst eine neue Generation an Anwendern heran.

Und die erwartet Simplizität – in allen Dingen. Fiori ist ein sehr guter Ansatz, der auch uns Business Partnern hilft: Im Mittelstand müssen wir uns oft gegenüber Wettbewerbsprodukten wie zum Beispiel Microsoft Dynamics positionieren, die in Sachen User-Interface moderner wirken als SAP. Mit Fiori ist das SAP’sche „Altbacken-Image“ nun endgültig Geschichte. Vishals Keynote war gleichzeitig auch Partner-Show: Ohne die tolle Unterstützung von Intel habe man HANA nie entwickeln können, HP präsentierte seinen Rechner, auch Google kam zu Wort. Die Beiträge von ebay und Adobe verdeutlichten, dass nicht nur SAP-Produkte, sondern inzwischen auch Softwarelösungen anderer Hersteller auf HANA laufen.

itelligence hat in Orlando mehr als 100 Gespräche mit Kunden geführt. Deren Feedback ist einhellig: Die SAPPHIRE NOW ist eine prima Gelegenheit, sich sehr komprimiert einen Überblick über das Portfolio und die Zukunftsstrategie von SAP zu verschaffen. Unser Fazit klingt ähnlich: In den letzten 12 Monaten hat unser größter Partner sehr viele neue Produkte herausgebracht, neue Announcements herausgegeben und insbesondere das HANA-Thema forciert. Der rote Faden, der sich durch all diese News zieht, läuft hier in Orlando zusammen. Alle unsere amerikanischen Kunden sind vor Ort, das unterscheidet die hiesige Veranstaltung von ihrem europäischen Pendant. Sie ist viel mehr Kunden- als Partner-Event und wird auch von Prospects besucht, die noch kein SAP im Einsatz haben. Wir treffen hier Interessenten, erschließen neue Geschäftsmöglichkeiten, betreuen unsere bestehenden Kunden und können sie vor Ort auch inspirieren, ihre Systeme weiterzuentwickeln. Das ist der große Benefit für itelligence.

Mein persönliches Fazit am dritten und letzten Veranstaltungstag: Die von itelligence vor vielen Jahren getroffene Entscheidung, sich weiterhin auf SAP zu konzentrieren und die Innovationen zu adoptieren und voranzutreiben, war definitiv eine sehr gute. Hier in Orlando wird einmal mehr deutlich, wie sich unser wichtigster und größter Partner und dessen Markt entwickelt: Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt. SAP hat sehr gute Produkte und treibt mit Begeisterung und Können Innovation und Wachstumschancen für Kunden und Partner voran. Auch die SAP AG wächst – und wir wachsen mit ihr. SAP sagt ganz klar: Wir brauchen unsere Partner. Vor allem aber brauchen wir Partner, die mit uns mit wachsen und sich nicht auf in ihren traditionellen Geschäftsmodellen ausruhen wollen. Wir als itelligence bekommen hier also sehr viel Bestätigung. Und das macht Spaß – richtig Spaß.

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