ABAP Eclipse, das neue Schweizer Taschenmesser der SAP Teil 1

– von Daniel Schön, SAP Senior Consultant Developement, itelligence AG –

Es tut sich viel im Bereich SAP Entwicklung. Eine geradezu unübersichtliche Zahl an neuen Ansätzen und Technologien spriesst aus dem Boden und verschwindet teilweise auch genauso schnell wieder.

Allerdings zeichnet sich hierbei eine Konstante ab: Eclipse.

Schon seit einigen Jahren ist Eclipse das Mittel der Wahl für viele (Java)Entwickler. Die Plattform ist mittlerweile sehr stabil und erfreut den Anwender mit einem gut durchdachten User Interface sowie einer Vielzahl von kleinen Helferlein. Dies liegt unter anderem daran, dass Eclipse nicht nur eine einfache Entwicklungsumgebung ist. Es ist eine quelloffene Plattform, die einfach erweitert werden kann – von dieser Eigenschaft macht die Community übrigens regen Gebrauch.

Bei der SAP spielte Eclipse bisher hauptsächlich in Form des Net Weaver Development Studios eine Rolle. Allerdings diente dieses eher der Java-Bezogenen SAP-Entwicklung. Zu nennen sind hier beispielsweise Web Dynpro Java, Portalentwicklung oder seit Kurzem auch BPM (Business Process Management).

Seit etwa zwei Jahren gibt es Bestrebungen, auch dem geneigten ABAP Entwickler die Vorteile der Eclipse Entwicklungsumgebung nahe zu bringen. Begonnen wurde mit der Umsetzung von ABAP-Objects sowie klassischer Report- und Funktionsbausteinprogrammierung. itelligence konnte hierbei schon aktiv im Customer Engagement Programm Einfluss auf die Entwicklung der Tools nehmen. Eine Reihe von itelligence-Entwicklern durfte eine Version der neuen Tools ausführlich testen. Die Feedbacks aus dieser Testphase wurden teilweise in die Software übernommen.

Die ABAP in Eclipse Tools sind seit Mitte 2012 in einer ersten Version öffentlich verfügbar.

Im Letzen Jahr wurden Anstrengungen unternommen, auch Web Dynpro ABAP-Entwicklung in Eclipse anzubieten. Ich erhielt die Gelegenheit, neben einer Vielzahl anderer Entwickler aus verschiedenen Firmen am Designpartner Council (DPC) teil zu nehmen. Dabei wurden wir deutlich stärker in den Entwicklungszyklus eingebunden, als es bei der ersten ABAP in Eclipse-Initiative der Fall war. Uns wurden die aktuellen Releases von Web Dynpro ABAP in Eclipse (WDAIE) zur Verfügung gestellt. Zudem wurden wir monatlich über die letzten Neuerungen informiert. Im Gegenzug sollten wir regelmäßig Feedback zu den neuen Features und der geplanten Roadmap geben. Zusätzlich gab es regelmäßige geführte Hands-on-Sessions. Diese wurden durch einige der SAP-Entwickler (per WebEx) verfolgt. Wir haben im Vorfeld eine Kurzanleitung erhalten, in der nur die groben Arbeitsschritte beschrieben standen. Die Entwickler haben dann beobachtet, wie intuitiv diese Aufgaben erledigen werden konnten.

Mit diesem Ansatz sollte die User Experience schon sehr früh getestet und bewertet werden.

Durch die DPCs soll verhindert werden, dass die neuen Eclipse-Tools im „Elfenbeinturm“ entwickelt werden und nichts mit der Art und Weise zu tun haben, wie wir im täglichen Projektalltag entwickeln.

Das Designpartner Council ist noch in vollem Gange. Am 15. Mai wurde WDAIE aber bereits in der Version 2.7 der ABAP Development Tools der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Die Installationsanleitung sowie die notwendigen Dateien finden sich im SAP Marketplace (‚Search for Software Downloads‘ mit dem Suchbegriff „ABAP Eclipse“).

Übrigens sind die neuen Features auch als „Trial Version“ über eine SAP update site in der HANA Cloud verfügbar. Zur Installation wird nicht das NetWeaver Development Studio, sondern eine aktuelle Version von Eclipse (mindestens 4.2 Juno) benötigt!

Wahrscheinlich fragen sich viele, die sich mit dem Thema beschäftigen, jetzt: „Wenn Eclipse das gleiche wie die SE80 leistet, warum sollte ich umsteigen?“. Auf diese Frage gibt es genau drei Antworten. Welche das sind, erfahren Sie in Teil 2 meiner kleinen Blogserie.

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