IHK-Forum Kommunikation in Bielefeld

– von Jamil Chaker, itelligence-Wissensmanagement –

Am 28.03.2012 fand das IHK-Forum Kommunikation bei der itelligence AG in Bielefeld mit dem Titel „Facebook, Twitter & Co. – die totale Öffentlichkeit? Unternehmen zwischen Profit und Pranger“ statt.

Den Anfang machte der Kommunikationsberater und PR-Blogger Klaus Eck. In seinem Vortrag mit dem Namen „Wie lange halten Facebook & Co noch durch?“ ging Eck auf die Entwicklung der Kommunikation ein. 76,1% der Internetnutzer in Deutschland sind auch bei sozialen Netzwerken registriert. Die wichtigsten Anlässe für die Registrierung und die Aktivität in sozialen Netzwerken sind das Teilen und die Transparenz. Es geht in den sozialen Netzwerken um den Erhalt von Informationen und Kommunikation. Durch die Tatsache, dass jeder die Möglichkeit hat, zu posten, verlieren Journalisten ihre Rolle als Gatekeeper. Dank des Vorteils, dass Informationen in Echtzeit vermittelt werden, gewinnen soziale Medien zur Informationsbeschaffung zunehmend an Beliebtheit. „Social Media steht letztendlich für den kulturellen Wandel“  heißt es laut Eck. Man müsse jedoch zwischen privaten Informationen, wie z.B. Informationen über die Familie und Hobbies, und persönlichen Informationen wie z.B. Berufliches unterscheiden. Privates gehe im Netz niemanden etwas an, aber die Weitergabe von persönlichen Informationen sei problemlos.

Den zweiten Vortrag hielt Prof. Dr. Ralf Schengber, Marketingprofessor an der Fachhochschule Münster zu der Frage „Wie verändern soziale Medien das Kaufverhalten?“ Schengber sprach von der Interaktion zwischen Online- und Offline-Aktivitäten. Man informiert sich heutzutage online über ein Produkt, bevor man in den Laden geht, um es zu kaufen oder umgekehrt schaut man sich die Produkte zuerst „offline“ an und informiert sich anschließend online über dessen Eigenschaften. Schengber unterscheidet das Kaufverhalten zeitlich in die drei Phasen „vor“, „während“ und „nach“. Vor dem Kauf informiert sich der Käufer über die Produkte der Produktklasse, wie z.B. Digitalkameras,  mittels Tutorials und Foren. Während des Kaufprozesses ist der Käufer damit beschäftigt sich aktuelle Informationen zu dem Produkt einzuholen, hierzu werden Chats und Onlinenachrichten verwendet. Der wichtigste Einfluss in der Kaufphase sind jedoch die Online Bewertungen. Mehr als 90% der Kunden lassen sich von den Produktbewertungen im Internet beeinflussen. Nach dem Kauf werden Erfahrungen, Bewertungen und Empfehlungen veröffentlicht, die künftigen Käufern eine Basis für den Kauf geben soll. Laut Schengber findet Social Media im gesamten Kaufprozess statt. Sein Fazit ist, dass die Relevanz bei den Bewertungen viel wichtiger sei, als der Inhalt.

Torsten Scholz, Head of Corporate Marketing der itelligence AG, befasste sich in seinem Vortrag mit dem generellen Nutzen von Social Media für Unternehmen. Die Steigerung der Markenbekanntheit, die Kundenbindung und die Akquise von Mitarbeitern und Interessenten sind einige Ziele die sich durch Social Media realisieren lassen. Laut Torsten Scholz seien fehlende Zeit und nicht ausreichender Inhalt die beiden größten Hemmnisse von Unternehmen für den Social Media Einstieg. Hierzu wurden einige Lösungen vorgestellt, wie z.B. der Einbezug von Mitarbeitern in die Social Media Community, denn „jeder Mitarbeiter ist Markenbotschafter“. Aber auch die Verwendung bzw. Transformation von bestehenden Inhalten ist für Social Media eine wichtige Lösung dem Inhaltsproblem entgegenzuwirken. Die Wichtigkeit des Inhalts beschrieb Thorsten Scholz mit dem kurzen, aber aussagekräftigen Satz: „Content is king.“ Abschließend bemerkte er, dass die Definition der Strategie und die Festlegung der Ziele für einen Social Media Einstieg unabdingbar seien.

Den letzten Vortrag hielt Prof. Dr. Thomas Hoeren, Direktor des Instituts für Medienrecht der Universität Münster, mit dem Titel „Es ist nicht alles Gold was glänzt“. Er sprach sich gegen die sozialen Netzwerke aus und warnte vor rechtlicher Unwissenheit. So gilt für Unternehmen beispielsweise die Impressumspflicht. Außerdem warnte Hoeren davor, dass zu offensive Marketingaktivitäten im Social Media zu einem sog. „shitstorm“ führen können, also einer Anhäufung von negativen Äußerungen zu einem Unternehmen oder einem Produkt. „Sie können Facebook machen, aber sie müssen wissen was sie da tun. Sie zahlen mit harter Währung, und zwar mit Ihren Daten.“ Hoeren will niemanden davor abhalten sich auf sozialen Netzwerken zu registrieren, warnt aber davor dies mit seinem realen Namen zu tun.

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