Bestandsoptimierung – Kennen Sie Ihre Potentiale?

Bestandsoptimierung – Kennen Sie ihre Potentiale?

Viele Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie ihre Lagerbestände senken und damit die Kapitalbindung sowie die Lagerkosten reduzieren können. Wachsen die Lagerbestände über die unternehmenseigenen Zielwerte hinaus, so werden meist zum Geschäftsjahresende Maßnahmen eingeleitet, um die Bestände zu senken und weniger gebundenes Kapital bilanzieren zu müssen. Darüber hinaus können diese Maßnahmen, sofern sie falsche ausgeführt werden, für „Spätfolgen“ im neuen Geschäftsjahr sorgen.

Unternehmen versuchen häufig durch Lagerbestände Schwankungen (z. B. Produktionsengpässe, Lieferverzögerungen, etc.) in der Supply Chain abzufangen. Doch wissen Sie, wo Sie die Bestände in welcher Höhe bevorraten müssen? Liegt die Höhe eines Sicherheitsbestandes im Ermessensspielraum des Disponenten oder bestimmt das System diese Werte als Folge der gewählten Dispositionsparameter im Materialstamm?

Ursachen erkennen – und gegenwirken!

Oftmals sind diese Dispositionsparameter die Ursache von hohen Lagerbeständen oder auch Fehlteilen gegenüber dem Kunden. Um diese Ursachen zu erkennen und gezielt entgegenzuwirken, ist eine strukturierte Vorgehensweise notwendig:

1. Artikelklassifizierung

Unterteilen Sie ihre Artikel in Klassen um die Dispositionsparameter pro Klasse festlegen zu können. Damit erreichen Sie eine Reduzierung der Individualität und die Erhöhung der Übersichtlichkeit.

2. Sicherheitsbestandsplanung

Auf welcher Stücklistenstufe müssen Sie Ihre Komponenten planen und bevorraten, um mit einem optimalen Bestandslevel kurzfristig die Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Durch eine Prognose der Bedarfe können Sie die gezielte Bevorratung umfangreich unterstützen.

3. Forecast

Durch eine Vorplanung der benötigten Bedarfe auf der richtigen Bevorratungsebene lassen sich Lieferzeiten gegenüber Ihrem Kunden reduzieren und Bestände stehen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden.

4. Losgrößenverfahren

Losgrößenverfahren haben einen hohen Einfluss auf die Beschaffung und können, unterstützt durch die Losgrößenparameter, die manuellen Nacharbeiten im operativen Einkauf reduzieren.

5. Planlieferzeit

Eine falsche Planlieferzeit kann sich durchaus negativ auf Sicherheitsbestände, Bestandsreichweiten und Liefertreue auswirken. Generell gilt hier Bestandsreichweite (Tage) ≈ Wiederbeschaffungszeit (Tage)

Bestandsoptimierung: Ja oder Nein? Eine kleine Checkliste

Ob eine Bestandsoptimierung auch in Ihrem Fall sinnvoll ist, können Sie sich einfach mit JA beantworten, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte auf Ihr Unternehmen zutrifft:

  • Sie haben kein einheitliches Vorgehen in der Disposition?
  • Der Bestandswert der „Langsamdreher“ ist überdurchschnittlich hoch?
  • Sie bevorraten auf mehreren Stücklistenstufen?
  • Ihre realistische Liefertreue entspricht nicht ihren Erwartungen?
  • Sie kämpfen mit Lagerhütern und Bodensätzen?
  • Ihre Bestandskennzahl spiegelt den Gesamtbestand des Unternehmens wieder?
  • Sie reduzieren die Bestände bei Ihren Rennerteilen um „QuickWins“ für die Bilanz zu generieren?

In vielen Unternehmen ist nicht direkt ein Projekt zum Thema Bestandsoptimierung notwendig um Potenziale aufzuzeigen und Maßnahmen einzuleiten. Oftmals fehlen in Unternehmen nur die notwendigen Ressourcen, um mögliche Maßnahmen aus gegebenen Problemstellungen abzuleiten und eine Verbesserung zu erzielen.

Haben Sie zu diesen Themen Fragen, nutzen Sie unsere Angebote rund um die Bestandsoptimierung. Gerne stehe ich für weitere Fragen zu diesem Thema zur Verfügung.

 

-von Oliver Nübel, Consultant Supply Chain Planning, itelligence AG –
E-Mail: [email protected]

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