Effizienz mit Genuss: Die Rolle der Industrie 4.0 für die Zukunft der Lebensmittelindustrie

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Eine der größten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte ist die Erfindung von Ackerbau und Viehzucht. Die gezielte und groß angelegte Produktion sowie Verarbeitung von Lebensmitteln hat das Entstehen von Zivilisation überhaupt erst möglich gemacht. Die Weltbevölkerung wächst stetig, und somit ist die heutige Lebensmittelindustrie weiterhin einer der wichtigsten Pfeiler der Weltwirtschaft. Und wie in allen anderen Zweigen sorgen das Internet of Things und Industrie 4.0 auch in diesem Bereich für geänderte Prozessabläufe und neue Geschäftsmodelle.

Verändert die Digitalisierung unseren Speiseplan?

Automatisierung und Digitalisierung werden in der Lebensmittel-Branche natürlich schon seit langem betrieben. Doch der Verbraucher von heute hat so hohe Ansprüche an die Qualität seiner Nahrungsmittel wie nie zuvor. Nachhaltige Produktionsmethoden, Nachvollziehbarkeit der Herkunft, keine künstlichen Zusatzstoffe – auf diese Punkte wird mittlerweile sehr viel Wert gelegt. Diese neuartige Nachfrage bringt die Lebensmittelindustrie dazu, zu reagieren und ihre Produkte und Herstellungswege neu zu überdenken. Über einen Mangel an innovativen Ideen kann man dabei nicht klagen: In der Kantine von Google stehen Spaghetti aus dem 3D-Drucker bereits auf der Karte. Verschiedene Startups arbeiten an der Herstellung von „gedrucktem Fleisch“ und anderen Esswaren aus in vitro gezüchteten Zellen. Webportale ermöglichen den Kunden, sich ihr eigenes Müsli zu mischen oder Pralinen im eigenen Design liefern zu lassen. In allen Bereichen zeigt sich deutlich das Bestreben, mittels innovativer Produktions- und Logistikmethoden für ein Alleinstellungsmerkmal der eigenen Produkte zu sorgen und insgesamt die Qualität zu steigern.

Mehr Qualität = automatisch höhere Kosten?

Ein besseres Produkt, das die hohen Qualitätsansprüche der Verbraucher erfüllt, erfordert auf den ersten Blick natürlich auch mehr Aufwand. Hier kommt Industrie 4.0 ins Spiel: Intelligente Roboter- und Sensorentechnologien eröffnen völlig neue Möglichkeiten, die Produktion effizienter zu gestalten. In der Milch- und Käseproduktion werden beispielsweise 10 Liter Milch für die Herstellung von einem Kilogramm Käse aufgewandt, zudem wird viel Wasser dabei verschwendet. Durch intelligente Steuerung der Produktionsanlagen und dadurch effizientes Verarbeiten der Rohstoffe lässt sich dieser Aufwand auf gut ein Viertel reduzieren. Und mittels moderner Kameratechnik und schneller computergesteuerter Bildauswertung können Verpackungsroboter eine Vielzahl von immer komplexeren Aufgaben erledigen, bis hin zur individuellen Zusammenstellungen von Waren. Auf diese Weise lässt sich eine Brücke zwischen industrieller Fertigung und hoher Qualität erreichen, bei gleichzeitiger Senkung der Kosten.

Integration von Industrie 4.0 in das ERP schafft mehr Transparenz

In vielen Unternehmen der Lebensmittel-Branche werden Rezepturen, Spezifikationen, Nährwerttabellen und Verpackungsdetails bereits zentral im SAP ERP bereitgestellt. Verbindet man nun die Sensorendaten der Produktionsmaschinen mit dieser zentrale Datenquelle, profitiert das Unternehmen von völlig neuen Dimensionen der Produktionsplanung, des Qualitätsmanagements und der rechtlichen Compliance im Bereich Lebensmittelsicherheit. Beschaffung, Materialfluss und Anlagenauslastung werden optimal aufeinander abgestimmt. So können selbst bei schnell wechselnden Fertigungsaufträgen komplexe mehrstufige Produktionen realisiert werden. Das Einbeziehen sämtlicher Rohstoffdaten inklusive ihrer Quellen ermöglicht eine genaue Nachvollziehbarkeit der Herkunft eines Nahrungsmittels. Und so entstehen sowohl für das produzierende Unternehmen als auch für seine Kunden deutliche Mehrwerte.

 

-von Waliuollah Ali, Leitung Geschäftsfeld Prozess- und Konsumgüterindustrie, itelligence AG –
E-Mail: Waliuollah.Ali@itelligence.de

 

 

 

 

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