Paradigmenwechsel in der klassischen IT – ein Kochrezept für die digitale Zukunft

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Digitalisierung, Internet of Things, Industrie 4.0 – diese drei Bezeichnungen hört man in den letzten Jahren immer häufiger. Wir wissen: „Digitalisierung“ bezeichnet grundsätzlich nichts weiter als das Umwandeln von analogen Messgrößen in digitale und somit für Computer verwertbare Signale. „Internet of Things“ beschreibt die Transformation von Computern zu intelligenten Gegenständen, die ihre Sensordaten über das Internet kommunizieren. „Industrie 4.0“ nutzt diese Elemente, um Produktionsmaschinen zu vernetzen und sie so zu befähigen, mit Hilfe dieser Daten zu agieren.

Im Grunde genommen beschreiben diese Worte also nichts wirklich bahnbrechend Neues. Jedoch eröffnen sich in der jüngeren Vergangenheit durch Faktoren wie Miniaturisierung, Vernetzung und die Auswertbarkeit von Big Data immer mehr Möglichkeiten, kreative und neue Geschäftsmodelle damit umzusetzen.

Nehmen wir als Beispiel das Auftreten der großen Plattform-Dienste, die für disruptive Veränderungen in den Marktsegmenten sorgen, in die sie eingedrungen sind. Uber, das momentan wertvollste Startup der Welt, ist ein Taxiunternehmen, das keinen einzigen Wagen besitzt. Facebook, der weltweit bekannteste Mediendistributor, erstellt selbst keine Inhalte. Skype, eine der größten Telefonfirmen, verfügt über keine eigene Infrastruktur. All diesen Plattformen ist gemein, dass sie lediglich als Informationsvermittler für die Asset Holder dienen, die Assets, also die anzubietenden Produkte und Dienstleistungen, aber nicht selbst besitzen.

Nun könnte man denken, dass diese Entwicklung keine Relevanz für das eigene Geschäft hat, denn man plant wohl eher nicht, einen solchen Plattform-Dienst zu eröffnen. Was man hierbei allerdings auf keinen Fall aus den Augen verlieren darf, ist dass man als produzierendes oder dienstleistendes Unternehmen selbst ein solcher Asset Holder ist – die Annahme, sich in einer Welt der zunehmenden Digitalisierung den Entwicklungen entziehen zu können, birgt ein hohes Risiko von der Konkurrenz überholt zu werden.

Der Consulting-Dienstleister Accenture analysiert seit Jahren die „Growth Champions“ – die überdurchschnittlich erfolgreichsten Unternehmen der deutschen Top 500. In dieser Analyse wird aufgezeigt, mit welchen Strategien die Besten der Besten Wettbewerbsvorteile erzielen. Im Jahr 2014 richtete die Jury bei der Auswahl unter anderem einen Blick auf das Niveau der Digitalisierung in den Unternehmen. Das Ergebnis: Die Top-Unternehmen zeichneten sich sämtlich dadurch aus, dass sie sich mit dem Thema Digitalisierung aktiv beschäftigen.

Wie aber soll unser „Kochrezept für die digitale Zukunft“ nun aussehen? Hier kristallisieren sich drei wesentliche „Zutaten“ heraus:

  • Das Vorhandensein eines digitalen Portfolios
    Die Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens müssen sich anpassen, so dass sie in der digitalen Welt nutzbar sind.
  • Digitaler Kundenangang
    Zur Umsatzsteigerung und Gewinnung neuer Kunden wird die Nutzung neuer Vertriebskanäle unumgänglich. In vielen Branchen ist der Datenaustausch per EDI bereits Voraussetzung für eine Geschäftsbeziehung. Im Bereich B2C sind Internetportale zu einem festen Standard gewachsen, der sich immer weiter auch im B2B-Umfeld etabliert.
  • Digitale interne Prozesse
    Zur Senkung von Kosten und Steigerung der Effektivität müssen interne Prozesse mit Hilfe von Digitalisierung verschlankt und beschleunigt werden, beispielsweise durch die Nutzung eines ERPs, digitalem Dokumentenmanagement, elektronischer Rechnungsverarbeitung oder dem Einsatz von RFID und Barcodes in der Logistik.

Natürlich sind viele der hier genannten Elemente in modernen Unternehmen bereits im Einsatz. Die große Herausforderung liegt nun darin, diese Faktoren in eine Gesamtstrategie zu bringen und Insellösungen zu vermeiden. Dabei sollten vor allem die folgenden Punkte beachtet werden:

  • Unterstützung durch die Geschäftsführung sicherstellen / Investitionen tätigen
    Digitalisierung muss ein strategisches Ziel des Unternehmens werden. Dabei gilt es, Wachstumspotentiale und Chancen zu erkennen und in die nötige Infrastruktur zu investieren.
  • Entscheidungsstrukturen schaffen / Mut zur Veränderung beweisen
    Innovation darf nicht durch starre Entscheidungsstrukturen und alte Denkmuster gebremst werden. Selbst althergebrachte und gewohnte Geschäftsmodelle sollten daraufhin überprüft werden, ob sie wirklich noch zukunftsfähig sind.
  • Weiterbildungen durchführen / Mitarbeiter einbinden
    Egal ob Vertrieb, Rechnungswesen oder IT-Spezialisten; ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter mit den neuesten Entwicklungen vertraut sind ist der Konkurrenz stets einen Schritt voraus.

Grafik Die digitale Strategie

Gewappnet mit diesem „Kochrezept“ kann ein Unternehmen von heute seine Kosten durch Nutzung digitaler Prozesse senken und seine Produkte und Dienstleistungen zukunftssicher für die Märkte von morgen machen – die Technologien sind vorhanden, nun gilt es, sie sinnvoll zu nutzen.

-von Christian Peter, Program Manager- Prozessberatung, itelligence AG –


 

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