Prozessgestützte IT-Architekturen für innovative Geschäftsmodelle am Beispiel Smart Laundry

Prozessgetriebene IT-Architektur

In unserem Blogbeitrag „Digital Business Integration – Prozessgetriebene IT-Architekturen für innovative Geschäftsmodelle“ ging es darum, dass Unternehmen, die auf innovative Geschäftsmodelle setzen, in die Digitalisierung ihrer differenzierten, also individuellen Prozesse investieren sollten. Wie aber könnte so eine innovative Geschäftsidee aussehen und wie wird diese dann konkret durch eine prozessgestützte IT-Architektur umgesetzt? Hier ein Beispiel:

Das Smart Laundry Service Szenario

Nach Feierabend möchte Manager Markus seine Wäsche in einer Wäscherei abgeben und stellt fest, dass diese bereits geschlossen hat. Die Wäschereibesitzerin Angelina bemerkt, dass weniger Kunden kommen. Sie fragt sich, wie sie es schafft, zur richtigen Zeit zu öffnen und hat die Idee ihr Geschäftsmodell abzuwandeln. Mit einem 24-Stunden-Wäscherei-Service könnte sie ihre Kunden zufriedenstellen. Sie will alle Waschmaschinen verkaufen und künftig als Auftragsvermittler über eine Plattform – vergleichbar mit Uber oder Airbnb – agieren.

 

Grafik Smart Laundry Prozessbasiert3

 

Geschäftsmodelle digitalisieren

Für die Überführung ihrer Geschäftsprozesse in eine digitale Welt benötigt sie ein solides Geschäftsmodell und holt sich Hilfe. Mit dem IT-Experten Christian nimmt sie ihre Anforderungen auf: Sie möchte 24/7 Aufträge erfassen und dafür mobile Wäscheständer am Ort des Bedarfs aufstellen, z. B. in verschiedenen Unternehmen. Um auf Marktveränderungen reagieren zu können, flexibel und prozessorientiert zu sein will sie ihren Service über eine digitale Plattform anbieten.

Prozessmodell BPMN 2.0

Sie beginnt, ihre fachlichen Anforderungen zusammen mit Christian im Modellierungstool BPMN 2.0 zu modellieren. Sie konzentrieren sich auf die Prozesse und lassen die Technik zunächst weg. Drei Rollen bilden die Situation ab: die Kundensicht, Angelina als Serviceprovider und Wäschereien als Dienstleister. Die Auftragserfassung soll sensorgestützt erfolgen, anschließend soll das System den passenden Zulieferer automatisch finden. Dieser holt die Wäsche ab, wäscht und bügelt sie und bringt sie zurück. Sobald das geschieht, informiert das System den Kunden per Mail, SMS oder FIORI-Launchpad, dass er seine Wäsche vom Wäscheständer abholen kann. Sobald er die Wäsche auscheckt, kann die Rechnung verschickt werden.

Grafik aus Smart Laundry Prozessbasierte IT-Architektur

Umsetzung in eine digitale Plattform

Zu diesem Zeitpunkt werden im BPMN-Modell 2.0 ausschließlich die fachlichen Prozesse beschrieben, erst danach kümmert sich der IT-Experte um die technische Umsetzung in der Entwicklungsumgebung. Vorteil: So sind Erweiterungen oder Änderungen immer entlang des Prozesses möglich. Christian nutzt verschiedene Integrationslösungen, Komponenten und Services der SAP Cloud Platform, die man schnell implementieren und anwenden kann. Es wird Wäscheständer mit IoT-Sensor und personalisierte Kleiderbügel mit Sensor für jeden Kunden geben. Die User Integration erfolgt über das FIORI-Launchpad, die Komponente für den Workflow bleibt in der Cloud, S/4HANA bildet das BackEnd. Da Kosten und Zeitaufwand für die Implementierung überschaubar bleiben, lohnt es sich, ein solches Szenario, das sich auch in die On Premises Welt überführen lässt, einfach auszuprobieren.

Smart Laundry – Prozessgetriebene IT-Architekturen für innovative Geschäftsmodelle

Zum Video

 

Maximale Flexibilität

Angelina hat ihre mobilen Wäscheständer platziert, die Kunden nehmen den neuen Service immer häufiger an. Ihr Abnehmerkreis wird größer, sie macht Gewinne. Doch nach zwei Jahren muss sie auf Marktgeschehnisse reagieren, denn die Anzahl der Aufträge geht zurück. Nach kurzer Recherche finden sie einen Konkurrenten, der dieselbe Idee einer Vermittlungsplattform hat. Da er günstiger ist, nimmt er ihr Aufträge weg. Sie überlegt, wie sie ihr Geschäftsmodell anpassen kann und möchte eine weitere Aktivität in das Prozessmodell einfügen: Sie wäscht wieder selber und gibt nur Aufträge ab, die ihre eigenen Kapazitäten übersteigen. Da die Architektur skalierbar ist, ist eine schnelle Reaktion möglich: Für die Umsetzung ihrer Idee muss die Architektur nur an einer Stelle verändert werden, um ein zusätzliches Gateway einzubauen. Resultat: Nach der Veränderung des Geschäftsmodells erhöht sich die Marge, die Zahlen stimmen wieder.

 

– von Manuel Männle, SAP Enterprise Architect, Architecture Management Consulting, itelligence AG –
E-Mail: Manuel.Maennle@itelligence.de

 


 

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