Effizientes Arbeiten auch in kleinen Lagern mit embedded EWM

Image Lager

Die Logistikbranche boomt. So setzte z.B. der chinesische Onlinehändler Alibaba am 11. November 2015 – dem so genannten Singles’ Day – rund 14,3 Milliarden US-Dollar um. Das entspricht einem Volumen von 467 Millionen Packstücken. Zum Vergleich: Die deutsche DHL versendete im ganzen Jahr 2015 circa 1,1 Milliarden Pakete. Weltweit werden durch Onlinehandel und Globalisierung immer mehr Packstücke bewegt werden. Das bedeutet, dass Unternehmen heute über effizientes Arbeiten im Lager nachdenken müssen, um die Paketflut auch zukünftig zu bewältigen. Das SAP Extended Warehouse Management (EWM) bietet dafür zahlreiche Funktionalitäten – ob als Stand-alone-System, embedded EWM in S/4HANA oder als Hybridlösung.

 

EWM und embedded EWM ziehen gleich

War das EWM zunächst nur als Stand-alone-System zu nutzen, standen bis zum aktuellsten Release 90 Prozent aller Funktionen des externen EWM-Systems direkt in S/4HANA zur Verfügung. Mit dem Release 1709 schließt SAP die restlichen funktionalen Lücken. Von der Eingangsbearbeitung über die Abläufe im Lager, bis zur Ausgangsbearbeitung sind alle Bereiche integriert. Dazu zählen z. B. eine Routenplanung, eine Qualitätsabwicklung und Serialnummern, die sich auf der Bewegungsebene verfolgen und im MDE-Gerät abfragen lassen. Neu ist u. a. das Arbeitsmanagement: Unter der HANA-Datenbank ist es möglich, hochzurechnen, wie viele Mitarbeiter für den nächsten Tag notwendig sind, um anstehende Logistikleistungen adäquat umzusetzen. Außerdem lassen sich logistische Zusatzservices einfach umsetzen, z. B. kundenspezifische Verpackungen, -Folierungen und -Labels.

 

Effizienz weiter steigern

Und das aktuelle Release bietet weitere Funktionen, mit denen sich das Arbeiten im Lager noch effizienter gestalten lässt. Dazu gehört z. B. die Sammelkommissionierung (Combined Picking). Um Wege zu sparen, nimmt der Mitarbeiter das gleiche Produkt für verschiedene Aufträge mit und teilt die Ware erst beim Verpacken in zwei Plätze. Gerade für kleine Lager ist darüber hinaus die Konsolidierung von Beständen wichtig. So lassen sich nun ganz einfach Teilpaletten zu Vollpaletten auf einem Lagerplatz konsolidieren. Nicht zuletzt gibt es auch beim Thema Retouren Neuerungen. Der gesamte Prozess lässt sich über eine FIORI-App aus einer Oberfläche heraus steuern. Per Touch Buttons entscheidet der Mitarbeiter, ob die Ware ins Lager zurückkommt, geprüft oder verschrottet wird. Dabei läuft die Abwicklung mit End-to-End-Scanning per einfachem Scan-Befehl.

 

Algorithmus zur Voll- und Gemischpaletten Erstellung

 

Kleine Lager – einfache Prozesse?

In der Praxis zeigt sich, dass diese Annahme nicht stimmt. SAP will daher effizientes Arbeiten speziell für kleine Lager durch Anlegen eines neuen Users, dem „Lean Warehouse Clerk“, erreichen. Dieser ist verantwortlich für Planung und Kontrolle der operativen Lagerfunktionen. Der Fokus liegt dabei auf Inbound, Outbound, Bestandsführung
 und Pflege lagerspezifischer Stammdaten. Dafür stehen unter FIORI acht Apps mit selbsterklärenden Benutzeroberflächen und vielen Funktionalitäten zur Verfügung. Doch das reicht nicht, denn die Komplexität entsteht durch die dahinterliegenden Prozesse. Wichtig: Auch Unternehmen mit kleinen Lagern müssen zunächst ihre Prozesse verschlanken und anschließend auf drei bis vier FIORI-Apps herunterbrechen. Nur dann profitieren sie von einer gesteigerten Effizienz. Zum Schluss noch ein kurzer Blick in die Zukunft. Nachdem fast alle EWM-Funktionalitäten im S/4HANA verfügbar sind, plant SAP für das nächste Jahr auch eine Cloud Solution.

– von Mersun Sezer, Teamleitung Supply Chain Execution (SCE), Leitung Fachgebiet Lager- und Transportmanagement, itelligence AG –

E-Mail: mersun.sezer@itelligence.de

 

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