SAP S/4HANA Transition: Diese drei Optionen sollten Sie kennen

SAP S/4HANA Conversion

SAP S/4HANA stellt ältere SAP ERP-Systeme locker in den Schatten: Es ermöglicht bessere Entscheidungen und innovative Geschäftsmodelle. Es sorgt für zukunftsfähige Prozesse und erhöht die Produktivität dank Fiori-Oberflächen. Und dennoch treibt viele Unternehmen eine Sorge um: Kostspielige Fehler beim Umstieg zu machen.

Wie also gelingt die Transition auf S/4HANA? Wir zeigen drei Optionen, die Sie kennen sollten, bevor Sie mit einem Lösungsanbieter ins Gespräch gehen.

Ein echter Neustart: Der Greenfield-Ansatz

Ihr neues System entsteht auf der „Grünen Wiese“. Dabei wird das S/4HANA-System parallel zum laufenden System aufgebaut. Diese Variante motiviert Ihr Unternehmen, altbekannte Prozesse zu überdenken (Business Process Reengineering) und Ballast abzuschütteln. Und diese Option ermöglicht, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Außerdem profitieren die Fachabteilungen schnell von den S/4HANA-Vorteilen.

Wenn Sie Zeit und Ressourcen sparen möchten, können Sie auch auf bewährte Best-Practice-Modelle und Prozesse zurückgreifen, die die jeweiligen Branchen-Anforderungen abdecken. Da nur wenig vom SAP-Standard abweicht, ist der erste Prototyp zügig erstellt. So oder so: An einem definierten Tag wird umgestellt – von alt auf neu.

Beginnen wir mit dem einfachsten Szenario

Falls Sie zahlreiche Landesgesellschaften Ihres Unternehmens integrieren möchten, lohnt ein Blick auf eine zweite Variante des Greenfield-Ansatzes. Dabei erfolgt die Implementierung zunächst in jenem Teil des Unternehmens, das das einfachste Szenario bereithält. Beispielsweise erhält zunächst der Vertrieb in Österreich S/4HANA und wird an das ERP in der deutschen Zentrale angebunden. Im nächsten Schritt sind Lager und Service in Frankreich an der Reihe, später die Produktion in den USA. Die Anbindung ist unproblematisch, weil die Schnittstellen-Technologien gleichbleibend verwendbar sind. Mit dieser operativen Annäherung lernen die interne IT und die eigenen Anwender das neue System kennen und entwickeln ein globales Template zur Einführung von S/4HANA – bis zu dem Punkt, an dem auch die Unternehmenszentrale umgestellt wird. Ein Vorteil: Ausgewählte Landesgesellschaften und Abteilungen profitieren besonders schnell von der neuen Technologie.

Bewährtes bleibt, Neues kommt: Der Brownfield-Ansatz

Weiterarbeiten auf einem bereits „beackerten Feld“? Insbesondere, wenn Sie bewährte Prozesse und Wertschöpfungsketten erhalten möchten, sollten Sie eine Umwandlung favorisieren, also die Conversion eines vorhandenen SAP ERP-Systems. Auch, wenn Sie viele Z-Programme aktiv nutzen und viele Niederlassungen bestehen, kann eine Conversion die beste Option sein. Allerdings sollte dafür das System einige technische Bedingungen erfüllen: Beispielsweise müssen Kreditoren und Debitoren bereits auf Geschäftspartner umgestellt sein.

Erst die S/4HANA Conversion, dann die Oberflächen

Ein Gros der Arbeiten findet zunächst im alten System statt: In der Vorbereitungsphase prüft der Lösungsanbieter die genutzten Add-Ons und Z-Programme auf S/4HANA-Kompatibilität. Inkompatible Software muss geändert, gelöscht oder ersetzt werden. Am Tag X erfolgt dann die Conversion zusammen mit allen Daten – allerdings im Hintergrund. Die Anwender merken keinen Unterschied, denn die Prozesse und Oberflächen bleiben zunächst gleich. Erst in einer späteren Adoption-Phase werden neue Funktionen und Oberflächen von SAP S/4HANA implementiert und für die Anwender sichtbar – auch modulweise.

Und was passiert mit den Daten?

Stichwort Datenmigration: Ein Merkmal des Brownfield-Ansatzes ist die Mitnahme der aktuellen und historischen Daten inklusive deren Umwandlung für die HANA-Datenbank. Auf diese Weise sind diese Daten in Echtzeit verfügbar und operativ auswertbar. Im Greenfield-Ansatz und in der Mischform hat das Unternehmen dagegen die Wahl, Daten zu einem bestimmten Stichtag zu übertragen (und den Rest zu archivieren) oder gleich alle Daten zu berücksichtigen.

Eine goldene Mitte ist möglich: Die Mischform

Es gibt noch eine dritte Option für die Umstellung auf S/4HANA. Diese Mischform aus Greenfield und Brownfield vereint die jeweiligen Vorteile: Es wird zunächst das Bewährte bewahrt und auf SAP S/4HANA umgesetzt. Dann aber können die Prozesse im gleichen Zuge bei Bedarf innerhalb des neuen Systems umgestaltet werden. Ein klarer Vorteil gegenüber dem reinen Brownfield-Ansatz, bei dem Sie nur im Nachhinein und in Grenzen bestehende Prozesse nachjustieren können. Auf Wunsch sind neben stichtagsbezogenen Daten auch historische Daten in der HANA-Datenbank verfügbar.

 

Grafik SAP S4HANA Migration oder SAP S4HANA Conversion

 

Wie treffen Sie die richtige Entscheidung?

Die drei Ansätze unterscheiden sich in Methode und Technik, aber nicht im Ergebnis. Auch die finanziellen Aufwände sowie die Zeitschiene sind vergleichbar – sofern Sie die Transition wirklich End-to-End betrachten: von den ersten Überlegungen zu SAP S/4HANA bis zur vollständigen Umstellung Ihres Unternehmens und seiner Prozesse.

Die Projektgröße ergibt sich hauptsächlich aus der Anzahl der Systemzüge, der Anwender, der Buchungskreise, der Verkaufsorganisationen und der Roll-outs. Hinzu kommt der Nutzungsgrad des SAP-Standards – sprich: die Menge der Anpassungen inkl. Z-Programmen. Auch die verfügbaren unternehmenseigenen Ressourcen in den Fachabteilungen und der IT spielen eine Rolle in der Rechnung.

Ihre Roadmap zur S/4HANA Conversion

Einen Königsweg für alle zu empfehlen, fällt schwer. Stattdessen entwickeln Unternehmen und Lösungsanbieter ein gemeinsames Vorgehen. Am Anfang steht der Value Check, oft gefolgt von einer Roadmap/Strategie-Workshop-Serie. Die Ergebnisse sind kundenindividuelle Argumente für eine SAP S/4HANA Conversion, das Abstecken von Art und Weise der Transition sowie der Planung von Budgets, Zeiten, Meilensteinen und ROI.

Achten Sie darauf, dass Ihre Roadmap dabei folgende Faktoren dokumentiert:

  • Ihre Situation und die aktuelle Systemlandschaft
  • Ziele, Meilensteine und Strategie
  • Aufwand je nach Variante
  • Optimales Umstiegsszenario: S/4HANA-Version und Betriebsmodell (Cloud, On-premise, Hybrid)
  • Projektplan mit allen relevanten Schritten

Der Hersteller unterstützt das alte SAP ERP noch bis 2025. Nutzen Sie diese Zeit, um sich systematisch auf den Wechsel vorzubereiten.

Weitere ausführliche Informationen zum Thema SAP S/4HANA Conversion und Roadmap finden Sie auf unserer Webseite. Sollten Sie darüber hinaus Fragen zum Thema Umstellung auf SAP S/4HANA haben, können Sie sich gerne persönlich bei uns melden.

– von Lorenz Beckmann, Principal SAP S/4HANA und SAP Cloud Plattform, itelligence AG –
E-Mail: Lorenz.Beckmann@itelligence.de

Diese Veranstaltungen könnten Sie interessieren

Alle Veranstaltungen

Ähnliche Beiträge

Wolke
Lesen Sie mehr
Lesen Sie mehr
Lesen Sie mehr
Lesen Sie mehr
Lesen Sie mehr
Lesen Sie mehr

Kontakt
Kontakt

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.