Schluss mit dem internen Bullwhip-Effekt! Ein neues Dispo-Verfahren für SAP S/4HANA

SAP S/4HANA Demand-Driven Replenishment (DDMRP)

Die Beschaffung und Produktion verkaufsfähiger Endprodukte über interne und externe Wege ist oftmals geprägt von einer äußerst komplexen Struktur. Eine kurzfristige Reaktion auf Kundenwünsche ist schwierig zu realisieren, sobald es an irgendeiner Stelle zu Engpässen kommt. Auf die klassische Art der Absatz- und Bedarfsplanung wird versucht mit Planbedarfen entgegen zu wirken. Dies kann jedoch – je nach Variabilität der Nachfragesituation – schnell zum Bullwhip-Effekt bei den Lagerbeständen führen.

Der Weg zur nachfrage-orientierten Wiederbeschaffung

Unternehmen müssen sich bei dieser Herausforderung darüber klar werden an welchen Stellen und in welcher Höhe eine Bevorratung zur Entkopplung einer auftragsbezogenen Wiederbeschaffung sinnvoll ist. Im Demand-Driven MRP wird die direkte Bedarfsweitergabe an diesen Entkopplungspunkten bewusst unterbrochen, um die Supply Chain robuster gegen Störeinflüsse zu machen. Es gilt die Bestände mit den tatsächlichen Kundenbedarfen zu harmonisieren. Hierfür sind verschiedene Schritte notwendig, die regelmäßig an geänderte Rahmenbedingungen angepasst werden.

Demand-Driven Replenishment

Der Ansatz des vielfach angewendeten Demand-Driven Replenishment sieht einen Fokus auf tatsächliche Kundenbedarfe bzw. Materialbewegungen vor. Dadurch werden unnötige Bestände verringert und Kapazitäten für benötigte Produkte geschaffen. Es werden Bestandsgrenzen für unterschiedliche Zonen berechnet, insbesondere für Sicherheits-, Melde- und Maximalbestand, und nur dann neue Beschaffungselemente angelegt, wenn sich der Bestand zuzüglich qualifizierter Zugänge und abzüglich qualifizierter Abgänge in der sogenannten gelben oder roten Zone befindet. Dadurch wird gewährleistet, dass nicht jede kleine Mengenveränderung eine neue MRP-Planung auslöst. Die Planungssituation wird dadurch robuster.

Im Detail setzt sich das Vorgehen aus fünf wiederkehrenden Schritten zusammen:

  • Positionierung der Puffer- bzw. Entkopplungspunkte (ABC-, XYZ-Analyse / Anzahl Stücklistenverwendung)
  • Dimensionierung der Puffer (insbesondere Sicherheits- und Meldebestand)
  • Bedarfsplanung mit neuem Dispositionsverfahren auf Basis der vorherigen Analyse-Schritte
  • Umsetzung von Bestellanforderungen und Planaufträgen mit Hinblick auf Priorität der Puffer
  • Ist-Daten aus der Umsetzung (z.B. Verbrauch, Durchlaufzeit etc.) werden zurückgeführt für die erneute Analyse der Positionierung

SAP Lösung in S/4HANA

Mit dem S/4HANA Release 1708 Cloud Edition und 1709 On-Premise Edition führt SAP eine neu entwickelte Lösung ein, die bereits vom Demand-Driven Institute (DDI) zertifiziert ist. Hierbei wird über den Materialstamm mit Hilfe des Dispositionsverfahrens gesteuert, an welchen Stellen die Implementierung greift.

von Fabian Pelster, Consultant / Supply Chain Planning, itelligence AG
E-Mail: fabian.pelster@itelligence.de

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