Spotted auf der HMI: Die top drei Herausforderungen für Unternehmen

HansBlog1

Wenn Sie jemand vor 5 Jahren gefragt hätte, auf welcher Messe SAP, IBM, Microsoft und Amazon gleichzeitig zu finden sind, was hätten Sie geantwortet? Heute, im Jahr 2017, ist die Antwort ganz einfach: Hannover Messe Industrie (HMI). Seit 70 Jahren bietet die HMI einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends und Themen, die Führungskräfte weltweit betreffen. Es ist ein Ort, an dem die IT- und Softwarebranche auf die Fertigungsindustrie trifft und gemeinsam in einen Dialog tritt, um die digitale Transformation voranzubringen.

Rückblickend begann dieser Dialog im Rahmen von Industrie 4.0 auf der Hannover Messe 2011. Erste Anwendungsfälle waren damals verbesserte Sensoren für den Energieverbrauch, die es ermöglichen, energieintensive Prozesse in die Nachtstunden zu verschieben, wenn die Stromkosten geringer sind. Die Diskussion entwickelte sich in den letzten Jahren weiter und der Fokus verlagerte sich von kleinen Anwendungsfällen zu End-to-End-Szenarien, die sowohl interne als auch externe Prozesse eines Unternehmens umfassen. Darüber hinaus sind User Experience und mobiler Zugriff zu Hot Topics geworden. Aber welche Herausforderungen müssen die IT-, Software- und traditionellen Branchen jetzt anpacken? Hier sind meine drei Top-Herausforderungen aus der diesjährigen HMI:

Modularisierung mit digitalen Zwillingen

Die Ära der unflexiblen Massenproduktion neigt sich dem Ende zu, weil der Kostendruck, die Konkurrenz bei Markteinführungszeiten und die Nachfrage nach Losgröße Eins in die Höhe geschossen sind. Modularisierung gilt als perfekter Ansatz, um mit dem größeren Bedarf an Effizienz in der Produktion Schritt zu halten. Mit der Schaffung von digitalen Zwillingen aus physischen Vermögenswerten gewinnt die Modularisierung  noch weiter an Wert. Ich spreche über virtuelle Nachbildungen von physischen Vermögenswerten, die Daten kontinuierlich austauschen, um die Flexibilität zu erweitern und mehr Effizienz zu erreichen. Digitale Zwillinge unterstützen Unternehmen bei der Optimierung, Modellierung und Überwachung von Produktionsprozessen. Sie bilden die Grundlage für autonome Maßnahmen in der Produktion. Die Herausforderung besteht nun darin, ein modulares Produktionsdesign in eine komplett digitale Nachbildung aller physischen Elemente umzusetzen. Ist die Nachrüstung älterer Maschinen der Schlüssel zum Erfolg oder sollten wir lieber in eine Greenfield-Lösung investieren? Würde ein hybrider Ansatz funktionieren? Sobald diese Fragen geklärt sind, kommt meine zweite Herausforderung ins Spiel.

Integration

Eine digital zusammenhängende Kooperation aller Einheiten der Wertschöpfungskette skaliert Effizienz und ermöglicht neue Dienstleistungen und Fähigkeiten. Dies erfordert jedoch integrierte End-to-End-Prozesse, die die Unternehmensgrenzen überschreiten. Was leicht klingt, ist aber eine immense Herausforderung. Historisch gesehen haben alle Einheiten in ihren eigenen Silos gearbeitet und die Außenwelt (Kunde, Lieferant, Geschäftspartner) wurde höchstens nacheinander verbunden. Um mit den heutigen Kundenerwartungen Schritt zu halten, muss ein konsequenter Prozess alle Spieler in der gesamten Wertschöpfungskette verbinden. Dies kann eine schnelle Überprüfung der maßgeschneiderten Produktmerkmale ermöglichen und zu einer drastischen Verringerung der Markteinführungszeiten führen. Die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern für weitere Innovationen würde ebenfalls reibungsloser laufen.

Also, wie können Sie vorgehen, um den Wandel voranzutreiben? Das ist eine schwierige Aufgabe, die das Engagement der Führungsebene erfordert. Ein entscheidender Faktor ist, dass unternehmensübergreifend an einer Lösung gearbeitet wird. Denken Sie über den Tellerrand hinaus! Lieferanten, Kunden und Geschäftspartner sollten ebenfalls an diesem Prozess beteiligt sein. Im Endeffekt geht es bei der Integration darum, Menschen zusammen zu bringen.

Sicherheit

Gartner (2015) sagt, dass 20.8 Milliarden Geräte bis 2020 verbunden sein werden. Bei so vielen Dingen, die Daten austauschen, ist Sicherheit ein Problem, das viele Fragen aufwirft. Wie werden Sie für Ihr Unternehmen sicherstellen, dass Ihre angeschlossenen Systeme, Produkte und Prozesse sicher sind? Sie sollten eine IT-Sicherheitsstrategie an Bord haben, die Ihr Netzwerk, die APIs, Verschlüsselungen und lokalen Anforderungen für Datensicherheit enthält.

Im nächsten Schritt spielen Sicherheitsanalysen eine wichtige Rolle, bei denen kontinuierlich nach Blind Spots und Hackerangriffen gesucht wird. Wie Sie sehen, ist die Frage der Sicherheit eine sehr vielseitige, die ständigen Veränderungen unterliegt: Behalten Sie diesen Aspekt also stets im Auge, wenn Sie sich mit Digitalisierung aller Art beschäftigen.

Aufregende digitale Zeit

Bei der Besichtigung mehrerer Stände fiel auf, dass Softwarefirmen, wie z.B. SAP, Anwendungsfälle mit Hardware-Lösungen zeigen und vice versa, d.h. Hardware-Firmen wie Siemens, stellen Softwareanwendungen vor, die ihren Systemen einen Mehrwert verschaffen. Diese neueste Weiterentwicklung in der Hardware- / Software-Integration bringt Innovation voran. Es ist spannend zu sehen, wie erfolgreich und schnell die digitale Transformation sich gerade entwickelt. Es macht mich definitiv glücklich, Teil des digitalen Zeitalters zu sein. All die Anwendungen und Demo-Szenarien, die ich auf der Hannover Messe erlebt habe, haben mich inspiriert. Dennoch stellt die enorme Innovationsgeschwindigkeit neue Herausforderungen dar, auf die wir uns vorbereiten müssen, damit wir uns nicht überwältigt fühlen. Wie klettert man auf einen Berg? Schritt für Schritt!

 


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