Gesetzliche Änderung in Tschechien zum 01.01.2016: Einführung elektronische Kontrollmeldung

Gesetzliche Änderung Tschechien (CZ) VAT Ledger Statement 2016

Tschechien führt zum 01.01.2016 eine neue elektronische Kontrollmeldung zur Bekämpfung von Steuerhinterziehungen ein. Hierbei handelt es sich um eine weitere, verpflichtende Meldung, welche bei der unternehmensansässigen Finanzbehörde vorzulegen ist. Diese verpflichtende Meldung dient den Finanzbehörden zum besseren Abgleich der gemeldeten Daten von Lieferanten und Kunden.

Diese Meldung muß zusätzlich neben den Umsatzsteuermeldungen, Zusammenfassenden Meldungen und Intrastat abgegeben werden und ersetzt somit nicht die bisherigen Meldungen.

Betroffen sind alle Unternehmen, die in CZ umsatzsteuerlich registriert sind und eine steuerbare Leistung im Inland erbracht bzw. erhalten haben. Ebenso erhaltene und gezahlte Anzahlungen vor der Erbringung von steuerbaren Leistungen und Transaktionen, welche den innergemeinschaftlichen Warenerwerb und Dienstleistungserhalt aus dem Ausland durchführen. Zusätzlich werden auch die Investitionstransaktionen von Anlagegold gemeldet.

Die Meldung muß bis zum 25. des Folgemonats bei der Finanzbehörde vorliegen. D.h. erstmalig die Januarmeldung zum 25.02.2016.

Folgende Daten müssen elektronisch im XML-Format übermittelt werden:

  • Ein- und Ausgangsrechnungen mit inländischer Übertragung der Steuerpflicht
  • Ausgangsrechnungen über 10.000 CZK
  • Eingangsrechnungen über 10.000 CZK
  • Eingangsrechnungen aus der EU und Drittländern, bei denen der Empfänger die Umsatzsteuer abführen muss
  • Vereinfacht ausgestellte Steuerbelege bis 10.000 CZK mit Ausweis tschechischer Umsatzsteuer und realisierte Leistungen, bei denen kein Steuerbeleg ausgestellt werden musste (Verkäufe an Nichtunternehmer)
  • erhaltene vereinfachte Steuerbelege bis 10.000 CZK
  • Ausgangsrechnungen für Gold zu Investitionszwecken

Sanktionen:
Bei einer verspäteten Einreichung der Kontrollmeldung werden von der Finanzverwaltung nicht geringe Sanktionen bemessen, und zwar in Höhe von 1.000 CZK bis 50.000 CZK.

Die Mindeststeuerstrafe von 1.000 CZK wird bei einer verspäteten Abgabe der Kontrollmeldung fällig, bei einer verspäteten Abgabe nach erster Aufforderung beträgt die Steuerstrafe 10.000 CZK.

Höhere Sanktionen von 30.000 CZK und 50.000 CZK werden verhängt, wenn die Kontrollmeldung auch in der Ersatzfrist aufgrund einer Aufforderung nicht abgeben wird.

Ein Unternehmen, das im Zusammenhang mit der Kontrollmeldung die Verwaltung der Steuer schwerwiegend kompliziert oder behindert, droht eine Steuerstrafe bis zur Höhe von 500.000 CZK. Die Sanktionen treten bereits ab dem ersten Verzugstag in Kraft.

Weitere Informationen zur Kontrollmeldung (Gesetzliche Grundlage, XML-Struktur, etc.):

http://www.financnisprava.cz/en/taxes/VAT-Control-Statement

Formular Kontrollmeldung:

http://www.financnisprava.cz/en/taxes/VAT-Control-Statement

Technische Voraussetzungen SAP:

Implementierungslösung steht seit dem 13.11.2015 zur Verfügung

Gültigkeit

 

Software-Komponente Von Release Zu Release
SAP_APPL 600 616
SAP_FIN 617 720
S4CORE 100 100

 

HW 2153601 Legal Change CZ VAT Ledger Statement for 2016

Informationen zur gesetzlichen Grundlage, geplante Auslieferung

Das Ziel ist eine Ausgabe der Daten im ALV-Format und die Funktionalität zur Aufbereitung einer XML-Datei zu liefern.

Die vorzunehmenden technischen Änderungen lehnen sich an der bereits erfolgten Umsetzung für das Land Slovakei zum 01.01.2014 an (siehe auch HW 1938598).

HW 2193486 FAQ Legal Change CZ VAT Ledger Statement for 2016

2219418 = Country-specific VAT implementations: UDO
2213503 = Country-specific VAT implementations
2237363 = Country-specific VAT implementations: UDO 2
2221947 = Country-specific VAT implementations 2
2231165 = Country-specific VAT implementations 3

HW 2213503 Country-specific VAT implementation

Die genannten Hinweise beinhalten weitere zu implementierende Korrekturen, welche ebenfalls manuelle Korrekturtätigkeiten beinhalten. Diese sind unbedingt vorzunehmen!

Implementierungssteps:

  1. Analyse: Vor der technischen Implementierung bedarf es einiger Abstimmungen bzgl. technischer und betriebswirtschaftlicher Voraussetzungen (z.B. Release- und Supportpackagestände, welche sind die „zu meldenden steuerrelevanten Buchungen“, müssen manuelle Korrekturen stattfinden und welche ToDos entstehen daraus).
  2. Aufgrund der in Pkt. 1 ermittelten Ergebnisse werden die relevanten Hinweise inkl. der manuellen Tätigkeiten implementiert.
  3. Anschließend werden die vorzunehmenden Customizingaktivitäten und zusätzlichen Programmierungen durchgeführt, welche aufgrund der Analyse eruiert worden sind. Der Aufwand der notwendigen Entwicklungen steht in Abhängigkeit zu den aus Pkt. 1 ermittelten Ergebnissen und deren daraus resultierenden Aufgaben.
  4. Die komplette Funktionalität muß bis zum 25.02.2016 im System abgebildet sein. Allerdings müssen bereits ab dem 01.01.2016 die FI-Belege um die entsprechenden Daten angereichert werden.

Wenn Sie diesbezüglich Rückfragen haben oder weitergehende Informationen wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Bitte wenden Sie sich in diesem Fall per E-Mail oder telefonisch an unser Service Center:

E-Mail:    itelligence Service&Support
Telefon:    +49 180 5 232791

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