Internet of Things (IoT): Freiraum für Kreativität schaffen

Herr Möller, im Zuge der Digitalisierung redet alle Welt von neuen Geschäftsmodellen und Technologien. Sie reden vom Product Lifecycle Management. Ist das nicht ein altes Thema?

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Ja, aber PLM ist heute wichtiger denn je. Sagen wir, Sie fertigen als Maschinenhersteller eine kundenindividuelle Turbine. Klar, über Sensoren können Sie jetzt den Status einzelner Bauteile in Echtzeit ermitteln und dann eine vorausschauende Wartung anbieten. Das ist das typische Beispiel der Industrie 4.0. Sie können die gewonnenen Erkenntnisse aber außerdem direkt in die Produktoptimierung einfließen lassen. Sie messen beispielsweise, bei welchen Temperaturen oder Windgeschwindigkeiten die Turbine tatsächlich genutzt wird und erfahren, ob sie unter bestimmten Umständen unerwünscht reagiert. Dann sind Sie in der Lage, dem Kunden etwa ein optimiertes Ersatzteil anzubieten. Gerade bei langlebigen Investitionsgütern ist dieses automatisierte Feedback für beide Seiten enorm wichtig. Für die meisten Fertiger ist der Aftermarket ohnehin das Brot- und Buttergeschäft und lässt sich auf diese Weise noch ausbauen. Der Kreislauf der Produktentwicklung wird also immer weiter hin zum Kunden ausgedehnt, unter Umständen sogar bis zum Endnutzer.

Die strikte Trennung zwischen Hersteller und Betreiber verschwimmt also. Was ist die Herausforderung dabei?

Sie brauchen zwingend standardisierte Prozesse. Innerhalb eines Unternehmens sind die noch vergleichsweise einfach sicherzustellen, schließlich geht es dabei um Prozesse, die ein Unternehmen allein kontrolliert – den Shopfloor, die eigene Logistik und so weiter. Doch im Internet der Dinge öffnen Sie Ihr Unternehmen gegenüber Geschäftspartnern. Wie sorgen Sie also für einen kontinuierlichen Informationsfluss zwischen Betreibern, Nutzern, Zuliefern und Servicepartnern? Wir haben es hier ja mit so unterschiedlichen Systemen, wie CAD, Software für das Produktdatenmanagement, die Sensordatenverarbeitung und diversen Speziallösungen zu tun. Sie müssen also einen Weg finden, alles zusammenzuführen, beispielsweise auf einer Plattform, wie dem SAP Asset Intelligence Network.

Aber wenn die technische Basis steht, brauche ich immer noch die passenden Ideen für eine ertragreiche IoT-Initiative?

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Absolut, Use Cases mit klarem geschäftlichen Mehrwert sind gefragt. Wir empfehlen, dass sich Unternehmen dazu mit ihren Kunden zusammensetzen. Welche Informationen sollten sie austauschen, damit beide etwas davon haben?
Welche Prozesse lassen sich überhaupt wirtschaftlich umsetzen, und wie bindet man die Mitarbeiter ein? Ein Use Case muss auch skalierbar sein, man sollte also mit kleinen Maßnahmen und niedrigen Investitionen starten können. Die Ideen dafür entwickeln Sie am besten in kleinen, aber disziplinübergreifenden Einheiten, per Design Thinking beispielsweise. Entscheidend ist, Kreativität zuzulassen. Nur wer auch den Rückhalt hat, ungewöhnliche Ideen zu formulieren, bringt sich auch wirklich ein. Wir bieten zu diesem Thema auch Workshops an, die anleiten und Potenziale aufspüren.

 

 

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Bei Fragen zum Artikel oder zu den Inhalten steht Ihnen Herr Möller gerne zur Verfügung:

Wolfgang Möller (Global Director Discrete Industries)
E-Mail: wolfgang.moeller@itelligence.de.

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