Quo vadis Analytics oder warum SAP HANA jeden etwas angeht

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– von Frank Deppe, Fachgebietsleitung Analytics Deutschland, itelligence AG –

Was bedeutet SAP HANA für uns alle?
In-Memory-Technologie, die SAP-HANA-Plattform und Big Data sind Schlagworte mit denen sich jeder von uns schon seit einiger Zeit immer wieder konfrontiert sieht. Aber was bedeutet dies alles für unser heutiges und zukünftiges Geschäft? Müssen wir uns alle mit einer komplett neuen Technologie vertraut machen, müssen wir unsere Kenntnisse im Customizing und ABAP vergessen und komplett umlernen? Die Antwort ist ein Nein, und das ist auch gut so. Viel Vertrautes bleibt uns auch mit SAP HANA erhalten, dennoch erfordert SAP HANA von uns in manchen Dingen ein Umdenken, was sich sehr gut am Thema Analytics darlegen lässt.

Von der Vision zur Realität
Im November 2010 erfuhr ich bei der SAP zum ersten Mal vom Thema SAP HANA. Seitdem ist viel passiert, es ist der SAP in nicht einmal drei Jahren gelungen, aus einem reinen Analysewerkzeug einen ganz elementaren Bestandteil des gesamten Lösungsportfolios zu machen. Produkte und Lösungen wie SAP NetWeaver Business Warehouse powered by SAP HANA, SAP Customer Relationship Management powered by SAP HANA sowie die SAP Business Suite powered by SAP HANA  stehen für alle Kunden zur Verfügung.Aus meiner Sicht stehen schon heute nur noch die höheren Hardwarekosten einer Entscheidung für SAP HANA bei einer  ERP-Neueinführung entgegen. Hier sind wir als Beratungsunternehmen gefragt, unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit dem Kunden zu ermitteln, welche Mehrwerte ERP auf der Plattform von SAP HANA bietet und ob diese die Mehrkosten rechtfertigen.

Was ist SAP HANA?
Ist SAP HANA ein Analysewerkzeug? Ist es eine Datenbank? SAP HANA ist viel mehr. Vor allem aber ist es eine Plattform. Eine Plattform für Echtzeit-Applikationen, eine Plattform auf der zukünftig Echtzeit-Unternehmen ihr Geschäft betreiben. Eine Plattform auf der die Kernapplikationen der SAP Business Suite in einer Datenbank laufen und damit auch verknüpft und gemeinsam genutzt werden können. Ebenso werden auch zusätzliche Applikationen der SAP und von Partnern auf dieser Plattform laufen können und die gemeinsame Datenbasis nutzen können. Eine Replikation oder Übertragung dieser Daten – und es sind Mengen von Daten – ist damit nicht mehr notwendig. Alle Informationen sind im Zugriff, und zwar in Echtzeit.

SAP hat für die SAP Business Suite powered by SAP HANA so genannte Value Scenarios definiert, hier bietet SAP HANA heute schon deutlichen Mehrwert, zum Beispiel durch die erhebliche Beschleunigung des MRP-Laufs.

SAP HANA ist kein Selbstzweck
In-Memory und SAP HANA sind die Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen und Anforderungen des täglichen Geschäfts. Zum einen ist für die meisten Unternehmen das Geschäft sehr viel schnelllebiger geworden, es muss immer schneller auf wechselnde
Anforderungen reagiert werden. In dieser Situation noch selber zu agieren ist für viele Unternehmen eine wirkliche Herausforderung. Zum anderen gab es immer schon Unternehmen, die sehr hohe Datenmengen generieren, an deren Auswertung und Nutzung für Entscheidungen kaum zu denken war. Insbesondere durch die Nutzung und die Analyse von Social Media hat das Wachstum der Datenmengen in einigen Branchen
ganz neue Dimensionen erreicht. Dennoch besteht umso dringlicher die Anforderung, diese Informationen auch nutzen zu können. Aber auch in uns vertrauteren Bereichen entstehen Massendaten. Dies sind zum Beispiel Messdaten von Maschinen und Anlagen.

Quo Vadis

Wenn es gelingt, diese auszuwerten und für Prognosen zu nutzen, können beispielsweise die Serviceintervalle im Unternehmen verbessert werden. Kombiniert man SAP HANA mit anderen Zukunftstechnologien, insbesondere Mobility, wird klar, um welche Möglichkeiten es geht:

  • jederzeit agil und flexibel auf Veränderungen zu reagieren
  • allerorten schnellere und fundiertere Entscheidungen zu treffen
  • Vorsprünge zu erarbeiten und diese aktiv zu nutzen

SAP HANA und Analytics
Insbesondere im Analytics-Umfeld treten die Herausforderungen und neuen Chancen deutlich zu Tage. In vielen ERP-Systemen ist die Analyse von Informationen schon lange kaum noch performant möglich. Der Ausweg bestand im Aufbau von Data-Warehouse-Lösungen. Diese waren ursprünglich als Management-Informations-System gedacht, doch durch die Unmöglichkeit von Analysen im ERP wurden mehr und mehr alle operativen Daten in das Data-Warehouse transferiert. Schließlich gerieten auch Data-Warehouse-Systeme an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch die begrenzte Flexibilität eines klassischen Data Warehouse. Der Aufbau einer solchen Lösung ist komplex und dauert recht lange. Anpassungen im Datenmodell an sich wechselnde Anforderungen können nicht ad hoc durchgeführt werden. Fragen, die sich stellen, können nicht zeitnah beantwortet werden. Best-Practice-Lösungen für BI wie die BI.Booster können dieses Problem zwar entschärfen, aber letztlich nicht vollständig lösen.

Ein vielversprechender Ansatz: SAP HANA LIVE
Gemeinsam mit der SAP Business Suite powered by SAP HANA wurde die die Technologie SAP HANA Live Browser vorgestellt. Ich möchte hier weniger auf das Produkt als vielmehr auf das Konzept dahinter eingehen. Für mich stehen hier folgende Aspekte im Vordergrund:

  • Operative Analysen wandern zurück in die operativen Systeme.
  • Operative Analysen werden auf einer SAP HANA Plattform applikationsübergreifend in Echtzeit möglich sein, das heißt, es ist zum Beispiel möglich, Daten des SD, des CRM und des FI gemeinsam in Echtzeit auszuwerten
  • SAP BW wird wieder ein strategisches Informationssystem zur Sammlung und Analyse konsolidierter und unternehmensweit relevanter Informationen.
  • SAP BW wird ebenso die Basis für weitergehende Anwendungen wie Corporate Planning und die legale Konsolidierung sein.
  • SAP-BI-Lösungen wie SAP BusinessObjects Analysis, SAP BusinessObjects Design Studio, SAP Crystal Reports und SAP Lumira werden sowohl im BW-Kontext als auch im operativen Reporting verstärkt zum Einsatz kommen.

Ein Blick in die Zukunft
Mit Blick auf unsere heterogene Kundschaft, werden wir uns noch geraume Zeit mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen von  SAP-Landschaften auseinandersetzen müssen. Neben den Pionieren, die schon jetzt auf SAP HANA setzen, werden wir auch noch lange die
bereits bewährten Lösungen bei unseren Kunden vorfinden. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass ERP-Einführungsprojekte durchgeführt auf Basis von SAP HANA in absehbarer Zeit der Standard im Neukundengeschäft sein werden. Eine wichtige Aufgabe für HANA-Dienstleister sehe ich darin, Kunden darzulegen, wann und wo sie von dieser Technologie profitieren können, um Mehrwerte für ihr Unternehmen zu generieren.

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