Meggle

Vor mehr als 125 Jahren wurde das Unternehmen Meggle gegründet. Die Geschichte des Unternehmens ist geprägt von Wachstum in Tradition mit immer neuen Produkten und Produktionstechniken. Mit der Einführung eines konzernweiten ERP wurde nun ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte erreicht.

Die Molkerei Meggle aus Wasserburg, Stammsitz und Hauptstandort der SAP-Einführung, ist zwar ein Unternehmen, jedoch aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsbereiche verhält es sich von den Anforderungen mindestens wie zwei in einem. Da sind die Frischeproduktion auf der einen, und die Herstellung sogenannter Milchtrockenprodukte auf der anderen Seite. Für seine frischen Produkte ist Meggle gemeinhin bekannt. Sein konzernweites Markensortiment besteht aus Butter und Butterspezialitäten, allen voran die Meggle-Kräuterbutter, Milch, Käse, Sahne, Joghurtprodukte sowie gefüllte Baguettes. Weniger bekannt, aber umso erfolgreicher ist die zweite Sparte des Konzerns: Die Herstellung von Milchtrockenprodukten. Dazu zählen zum Beispiel Arzneiträgerstoffe für die internationale Pharmaindustrie oder Hilfsstoffe für die Lebensmittelherstellung. Bei der Einführung des SAP-Systems spielte die Zweiteilung eine wesentliche Rolle. „Eigentlich betrachtet man zwei Unternehmen“, sagt Ulrich Meyer, Team Manager Process Consulting auf Seiten von itelligence. Jedes mit eigener Produktion, eigenem Vertrieb, eigener Lagerhaltung und eigener Distribution. Die frischen Milchwaren etwa verkauft Meggle an den Lebensmittelhandel und Großverbraucher wie Gastronomie oder Hotellerie. Die Trockenprodukte gehen an die Pharma-, Lebens- und Futtermittelindustrie. Zweimal Meggle, einmal SAP ERP on HANA. Nicht zuletzt, weil Meggle mit der Einführung des neuen Systems seine  konzernweiten Abläufe harmonisieren wollte, wurde in beiden Sparten ein gemeinsames System eingeführt, die SAP-Branchenlösung it.consumer. Sie ist vorkonfiguriert auf die spezifischen Prozesse in der  Lebensmittelherstellung.

 

Meggle

Womit alles beginnt.

Meggle hatte dieses wohl größte IT-Projekt seiner Unternehmensgeschichte sorgfältig vorbereitet: Im Jahr 2011 beschloss das Management, SAP einzuführen. Die Walldorfer Software schien am besten zur Unternehmens- und IT-Strategie zu passen. Vor der endgültigen Entscheidung analysierte die itelligence
Prozessberatung die Abläufe und erstellte eine Machbarkeitsstudie sowie ein Lastenheft. Dies war die Grundlage, auf der 2012 die endgültige Entscheidung fiel. Nun begann man, die IT-Mannschaft um das nötige SAP-Know-how zu vergrößern und stellte die künftige Projektorganisation auf. Im Januar 2013 fällt der Startschuss.

Mit seinen rund 2.500 Mitarbeitern erzielt das Unternehmen aus Süddeutschland einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro. Was der Großvater des heutigen Aufsichtsratschefs, Josef Anton Meggle, im Jahr 1887 als kleine Käserei gründete, zählt heute zu den renommiertesten Herstellern von Milcherzeugnissen in Europa und darüber hinaus. Die Markenprodukte werden in Nord- und Südamerika und im asiatischen Raum vertrieben, und bereits 1977 gründete Meggle die erste Auslandstochter in Japan. Mit der Öffnung Osteuropas 1990 folgte die zweite Tochter mit Sitz in Prag, später eröffnete Meggle Produktionsstandorte in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Albanien und der Slowakei. Repräsentanzen und Verkaufsbüros unterhält das Unternehmen heute in fast allen Teilen der Welt. Einen wesentlichen Beitrag zu dem internationalen Erfolg trägt die 1950 gegründete Trockenmittelsparte, die Business Group Excipients & Technology, bei. Das Geschäft wächst stark, ist allerdings auch äußerst komplex und fordert eine hohe Forschungsintensität und Innovationsfähigkeit. Ganz simpel gesprochen, stellt Meggle hier verschiedene Stoffe her – Pulver oder Granulate –, die sich je nach Funktion für die Pharmaindustrie, die Lebensmittelbranche oder Kosmetik und Waschmittelhersteller eignen. Ein in der Pharmaindustrie beliebtes Produkt ist beispielsweise die Meggle Pharmalaktose. Laktose (Milchzucker) verhält sich neutral zum menschlichen Organismus und pharmazeutischen Wirkstoffen, so dass es die ideale Trägersubstanz für viele Medikamente ist. Meggle gewinnt den Stoff aus Molke, eigentlich einem Abfallprodukt aus der Käseherstellung.

Nicht allein die Größe und die zwei unterschiedlichen Geschäftsfelder forderten die SAP-Einführung. Ein Gutteil der Anstrengungen war auch dieser spezifischen Produktion geschuldet. Meggle agiert in diesem Bereich mit drei Branchen, die unterschiedlichen Regularien unterliegen: Mit der Pharmaindustrie, der Lebensmittel- und der Futtermittelbranche. Die Lieferungen an die jeweiligen Abnehmer richten sich nach der Qualität der Substanzen, und diese lässt sich erst am Ende der Produktion bewerten. „Es gibt keinen festen Zusammenhang zwischen der Qualität des Rohstoffs und der Qualität der erzeugten Substanz“, erklärt Meyer. „Das kennt SAP so nicht“, so Meyer. Eine Sonderlösung musste gefunden werden – und wurde gefunden –, um die Disposition und Auslieferung erst nach Herstellung und Qualitätsprüfung festzulegen, und diese Informationen in den Systemen weiter zu verarbeiten.

„Erschwerend kam hinzu, dass die Produktion keine Unterbrechung erlaubt“, sagt Meyer. Denn Meggles Rohstoff ist frische Milch oder Molke. Beides muss gleich nach der Anlieferung weiter verarbeitet werden. Die Maschinen arbeiten 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und an 52 Wochen im Jahr. Ein Stillstand, um Systeme zu testen, Daten zu migrieren, die Software umzustellen, war nahezu unmöglich. „Eine Unterbrechung war maximal für wenige Stunden machbar“, so Meyer. Dies erhöhte die Komplexität in der Projektumsetzung, als auch für die GoLive Vorbereitung sowie den GoLive selbst und den anschließenden Support in der Stabilisierungsphase. Mehr als zwei Jahre nach dem Startschuss, im November 2015, geht das neue System live. Von der Rohstoffanlieferung bis zur Auslieferung der fertigen Erzeugnisse unterstützt es die Verwaltung und Steuerung der Abläufe über das gesamte Werk hinweg. Was vorher manuell lief, läuft nun automatisiert. Was vorher auf Papier transportiert wurde, fließt nun im System von Bereich zu Bereich, und was vorher nicht oder erst spät zu sehen war, ist nun per Knopfdruck sichtbar.

itelligence entwickelte allein zur Integration unterschiedlicher IT-Systeme mehr als hundert Schnittstellen: SAP musste an die Produktionssteuerung angeschlossen werden, an die Lagerverwaltungssysteme und Außenlager der Distributoren, die LKW-Waage, das Personalwesen, die CRM-Systeme des Vertriebs und vieles mehr. Zu Höchstzeiten waren rund 60 Mitarbeiter von itelligence und mehr als 100 Mitarbeiter von Meggle an dem Projekt beteiligt. Meggle hat mit Erreichen dieses Meilensteins einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Transformation getan und die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Für beide Sparten – und für ein Unternehmen.

Meggle

Neben den bekannten Consumer-Produkten erstrecken
sich die Meggle Geschäftsfelder vom Großverbraucher-Service
über Zutaten für die Lebens- und Futtermittelindustrie bis zu
Laktoseprodukten für den Pharmasektor.

 

 

 

 

 

 

 

(Auszug aus dem itelligence Geschäftsbericht)

 

Alle Details zur Einführung der Branchenlösung it.consumer bei Meggle finden Sie hier!

 

Lesen Sie auch wie wir Meggle in Sachen Controlling unterstützen konnten!

 


 

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